Sechster Vortrag

GA 214/1922-08-06/p035 ·1922-08-06 · original (original)
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Wenn aber jemand nichts vom Wesen des Mineralischen weiß, dann kommt er, wenn er beim Pflanzlichen anfängt, bloß bis zum Tierischen. Denn das Tierische trägt das Pflanzliche in derselben Form in sich, wie wir heute das Mineralische. Das ist das Charakteristische bei Oswald Spengler, daß er beim Pflanzlichen anfängt und in seinen Begriffen überhaupt nicht über das Tierische hinauskommt, den Menschen nur auffaßt, insofern der Mensch ein Tier ist, und daß ihm eigentlich das Denken, das in Wirklichkeit in seiner eigentlichen Bedeutung erst seit dem 14. Jahrhundert begriffen werden kann — das so begriffen werden kann, wie ich es jetzt dargestellt habe -, als etwas außerordentlich Unverständliches erscheint. Daher läßt er es, soweit als er es nur kann, hinunterkollern in das Tierische. So daß wir zum Beispiel ihn aufsuchen sehen, wie er gleich dem Tier auch ein Sinneswahrnehmen hat, wie dann dieses Sinneswahrnehmen im Tiere schon zu einer Art von Urteil wird. Und so versucht er, das Denken nur als etwas wie eine Steigerung des tierischen Wahrnehmungslebens hinzustellen.

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