Dritter Vortrag
Nun haben wir in den Vorträgen, die ich zum Teil öffentlich, zum Teil hier in der allerletzten Zeit gehalten habe, eine besondere Art geistiger Wesenheiten in ihrer Bedeutung für den Menschen kennengelernt. Es sind diejenigen geistigen Wesenheiten hier gemeint, die ihr physisches Abbild in dem Monde und seinem Leuchten haben. Es sind die geistigen Mondenwesen. Diese geistigen Mondenwesen waren es namentlich in jenen Zeiten, von denen ich jetzt spreche, welche ihre Wege aus dem äußeren kosmischen Kreis durch diese Formen in den Menschen hineinbilden konnten. So daß der Mensch also in jenen alten Zeiten seiner geschichtlichen Entwickelung auf der Erde mit dem Einatmungsprozeß den geistigen Mondenkosmos in sich aufsog und die geistigen Mondenwesen zu einer Tätigkeit in sich anregte. Was ich Ihnen da erzähle, das war der Inhalt einer in den ältesten Mysterien der Menschheit viel studierten Wissenschaft und Weisheit. Denn die Eingeweihten dieser Mysterien wußten, daß die Menschen diesem Vorgange unterliegen, daß sie den geistigen Mondenkosmos in sich einsaugen. Sie wußten aber auch, daß dieses Einsaugen vorzugsweise zur Nachtzeit stattfindet, wenn die Menschen schlafen. Aber dadurch, daß bei allen Menschen in der Urzeit ein traumhaftes Hellsehen, ein Zwischenzustand zwischen Wachen und Schlafen vorhanden war, konnte man auch darauf rechnen, daß diese geistigen Mondenwesen während gewisser Tageszeiten in die Menschen einzogen. Und die ganze Leitung, welche die Eingeweihten der alten Mysterien für die Menschheit leisteten, war darauf berechnet, dasjenige, was diese Mondenwesen auf dem Wege des Einatmungsprozesses in den Menschen hineintrugen, zu beherrschen, so daß der Mensch befähigt wurde, die Kräfte dieser Mondenwesen, die ja dadurch eigentlich ihre Wege in das Innere des Menschen machten, in seinem eigenen Tun auszunutzen.
Cite:
GA 216/1922-09-22/p011 · edition original