Siebenter Vortrag

GA 216/1922-09-30/p007 ·1922-09-30 · original (original)
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Versetzen Sie sich nun in die Lage eines solchen Menschen innerhalb Ägyptens, sagen wir im 2. Jahrtausend vor dem Mysterium von Golgatha. Der mußte sich sagen: Da drüben im Orient waren einmal Menschen, die haben das Denken als ein lebendiges gehabt. - Aber dieser ägyptische Weise war noch in einer besonderen Lage. Er hatte noch nicht das Seelenleben, das wir heute haben. Stellen Sie sich nur ganz lebendig vor, wie das Seelenleben eines solchen ägyptischen Weisen war. Lebendiges Denken zu fühlen, das war schon aus der Seele entwichen, das konnte man nicht mehr, und das abstrakte Denken war noch nicht da. Man schuf Ersatz durch das Einbalsamieren der Mumien, wodurch man in der Art, wie ich es geschildert habe, zu dem Formbegriff, zu den Formvorstellungen des Menschen kam. Man bändigte sich hin zum Begreifen dieser toten Menschenform in der Mumie, und daran erlernte man zuerst das abstrakte Denken, das tote Denken.

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