Siebenter Vortrag

GA 216/1922-09-30/p026 ·1922-09-30 · original (original)
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Versuchen Sie einmal so, mit einem künstlerischen Blick, einen halben Unterkiefer am Menschenskelett anzuschauen. Wenn Sie es mit künstlerischem Blick anschauen, werden Sie kaum anders können, als das, was Sie da unten haben, was hier ansitzt und dann so hinuntergeht, mit den Arm- und mit den Beinknochen zu vergleichen. Wenn Sie sich die Beinknochen und die Armknochen verwandelt denken, dann haben Sie hier auch zwei Beine — Unterkiefer -, nur sind diese verkümmert. Der Kopf ist ein fauler Kerl, der nicht geht, der immer sitzt. Daher sitzt er auch auf seinen zwei Beinen, die in der Dekadenz sind, die verkümmert sind. Aber wenn Sie sich denken, daß zum Beispiel der Mensch die Beine so mit einem Bindfaden zusammengebunden bekäme, so kann man schon fast nachahmen, was hier ist. Und wenn Sie mit künstlerischem Blick das ansehen, so könnte man sich schon denken, wie man die Beine dahin kriegen könnte, daß sie auch so wie die untere Kinnlade unbeweglich wären.

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Cite: GA 216/1922-09-30/p026 · edition original