Siebenter Vortrag

GA 216/1922-09-30/p032 ·1922-09-30 · original (original)
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Die neuere Menschheit hat sehr nötig, das Entbalsamieren der versteiften, der toten Seelenkräfte zu lernen. Es liegt darin eigentlich eine ganz besonders wichtige Aufgabe. Denn sonst kommen solche Erscheinungen heraus wie die, von der ich Ihnen auch schon vor einiger Zeit hier gesprochen habe. Da merkt jemand wie Spengler, daß es mit diesen einbalsamierten Begriffen nicht geht, daß die einbalsamierten Begriffe eben zum Tode der Kultur führen. Ich habe in einem Artikel des «Goetheanums» gezeigt, was beim Spengler passiert. Er hat zwar gemerkt, wie die Begriffe alle tot sind, aber seine Begriffe leben auch nicht. Ihm ist es gegangen wie jener Frau aus dem Alten Testament, die sich umgeschaut hat. Der Spengler hat sich umgeschaut nach alldem, was an toten, mumienhaften Begriffen vorhanden ist, und so ist er zur Salzsäule geworden. Diese lebt ebensowenig. Es ist Spengler gegangen wie jener Frau des Lot. Er ist zur Salzsäule erstarrt, denn seine Begriffe leben ebensowenig wie die anderer.

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