IV. Erdenwissen und Himmelserkenntnis. Der Mensch als Bürger Des Universums Und Der Mensch als Erdeneremit
Heute dürfte der Erdengenius nicht in jenen allgemeinen, abstrakten Worten sprechen, von denen man sagen kann, daß sie irgend etwas ausdrücken, was zu gleicher Zeit eine schwebende Wasserwelle sein kann. Nur ist das mystisch dunkel, weil diese schwebende Wasserwelle nun wieder an einem Webstuhl sitzt und webt! Ich weiß ja zwar, daß sich viele Menschen außerordentlich wohl fühlen, wenn ihnen derlei Unbestimmtes durch die Seele sich rührt; aber dadurch erlangt man dennoch nicht innere menschliche bewußte Festigung, die man als moderner Mensch braucht. Es ist immer etwas von einer Träumerei oder auch von einem Rausch: « Allumfasser, Allerhalter», «in Lebensfluten, im Tatensturm », man ist immer ein bißchen außer sich, nicht ganz in sich. Das gibt ja gewiß den Menschen ein Wohlgefühl, wenn sie ein bißchen außer sich sein können, am liebsten ist mancher ganz außer sich und läßt sich von allerlei Gespenstern Aufschlüsse geben über die Welt.
Cite:
GA 221/1923-02-09/p035 · edition original