Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen
Was ist es für ein Fest? Es ist dasjenige Fest, das uns erinnern soll und das die Menschen einmal mit aller Lebendigkeit erinnert hat daran, daß ein Gott zur Erde herniedergestiegen ist, in dem Menschen Jesus von Nazareth Wohnung genommen hat, damit in der Zeit, in der sie sich näherten der Ich-Entwickelung, die Menschen in entsprechender Weise zurückfinden können den Weg durch den Tod in das geistige Leben hinein. Das habe ich öfter hier auseinandergesetzt. So daß also das Osterfest dasjenige Fest ist, in dem der Mensch anschaut Tod und darauf folgende Unsterblichkeit in dem Mysterium von Golgatha. Wir schauen dieses Frühlingsfest in dem richtigen Sinne an, wenn wir uns sagen: Der Christus hat bekräftigt die Unsterblichkeit des Menschen, indem er selber den Tod besiegt hat. Aber wir Menschen verstehen die Unsterblichkeit des Christus Jesus nur richtig, wenn wir uns während des Erdenlebens dieses Verständnis aneignen, das heißt, wenn wir in unserer Seele unser Verhältnis zu dem Mysterium von Golgatha beleben und wenn wir loskommen können von jener materialistischen Vorstellung, die von dem Mysterium von Golgatha alles Geistige wegsondern will. Heute will man gar nicht mehr den Christus gelten lassen, sondern nur noch den «schlichten Mann aus Nazareth», den Jesus. Man geniert sich gewissermaßen vor seiner eigenen Wissenschaftlichkeit, wenn man zugeben sollte, daß das Mysterium von Golgatha ein geistiges Geheimnis mitten im Erdendasein enthält: Tod und Auferstehung des Gottes. Aber wenn wir das geistig erleben, dann bereiten wir uns auch vor, anderes geistig zu erleben.
Cite:
GA 224/1923-05-23/p043 · edition original