XI. Die Traumeswelt als eine Übergangsströmung zwischen der physisch-natürlichen Welt und der Welt der sittlichen Anschauungen

GA 225/1923-09-22_02/p018 ·1923-09-22 · original (original)
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In dieser Beziehung ist ja wirklich von einer großen Bedeutung, daß man zum Beispiel wissen lernt, wie die Art, wie heute oftmals dasjenige, was im Physischen des Menschen eine Rolle spielt, von der Wissenschaft behandelt wird. Man weiß, zum menschlichen Le ben gehört Eiweiß, gehören Fette, gehören Kohlehydrate und gehören Salze - im wesentlichen natürlich. Das weiß man. Was tut nun die Wissenschaft? Sie analysiert das Eiweiß, findet darin soundso viel Sauerstoff, soundso viel Stickstoff, soundso viel Kohlenstoff prozentual; sie analysiert die Fette, die Kohlehydrate und so weiter. Man weiß jetzt, wie viel da in allem drinnen ist. Aber Sie lernen aus einer solchen Analyse niemals, welchen Einfluß zum Beispiel die Kartoffel in der europäischen Kultur gespielt hat. Es ist auch wenig die Rede von diesem Einfluß der Kartoffelnahrung auf die europäische Kultur, denn aus dieser Analyse, wo Sie einfach finden, wie anders Kohlenstoff, Stickstoff und so weiter verteilt sind in dem einen Nahrungsmittel und in dem andern, finden Sie niemals heraus, warum zum Beispiel Roggen vorzugsweise durch die Kräfte des Unterleibes verdaut wird, dagegen die Kartoffel bis ins Gehirn herauf Kräfte zu ihrer Verdauung in Anspruch nimmt, so daß der Mensch, wenn er übermäßig Kartoffel ißt, sein Gehirn dazu verwenden muß, die Kartoffel zu verdauen, daher ihm etwas von der Gehirnkraft verlorengeht für das Denken.

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