Das Traumleben

GA 227/1923-08-22/p009 ·1923-08-22 · original (original)
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Dasjenige, was innerlich kraftet, was eigentlich innerlich tätig ist zunächst an seinem eigenen Wesen, während der Mensch schläft, das ist Ich und ist astralischer Leib: Das braucht in seinen Erlebnissen nicht etwa bloß Erinnerung zu haben an das eben jetzt verlebte Erdenleben, sondern das kann Erinnerungen haben an andere Erdenleben. Und ich erzähle Ihnen nicht irgend etwas hypothetisch Angenommenes, sondern etwas, was durchaus dem Gebiete der Wirklichkeit entstammt, von der ich spreche. Es kann also sein, daß der Betreffende allerdings einmal beteiligt war - sagen wir in alter römischer Zeit in einem früheren Erdenleben - an dem Bestellen einer besonders stattlichen Toga. Er braucht dazumal nicht einmal Schneider gewesen zu sein, aber er kann irgendwie der Diener oder vielleicht sogar der Freund eines römischen Staatsmannes gewesen sein. Sein Schicksal kann ihn vielleicht gerade dadurch, daß er dazumal einen so lebendigen Wunsch hatte, seinen Herrn in einer möglichst würdigen Weise vor die Welt hinzustellen, in dieser Inkarnation zu seinem Berufe gebracht haben. Denn für das gesamtmenschliche Leben sind eben gerade Wünsche, Gedanken von einer außerordentlich großen Bedeutung. Und so kann die Erinnerung an das in dieser Weise in einem früheren Erdenleben Durchlebte die Seele und den Geist des Menschen, Ich und astralischen Leib, durchziehen. Dann am Morgen, wenn der Mensch nun untertaucht, so wie ich das gestern nur skizzenhaft aufgezeichnet habe, mit seinem Ich und astralischen Leib in den ätherischen Leib und den physischen Leib, dann taucht diese Seele, die noch eben gesteckt hat in dem erinnernden Erleben von der Schönheit der Staatstoga, nun unter in diejenigen Vorstellungen, die der betreffende Kleidermacher im jetzigen Erdenleben haben kann; die stekken in seinem ätherischen Leibe. Da staut sich dasjenige, was eben noch als auf die alte Römerzeit bezüglich erlebt worden ist, das staut sich. Es soll hinein in die Vorstellungen, die er bei Tag haben kann. Aber bei Tag hat er nur dasjenige an Vorstellungen, daß er für die kleinbürgerlichen Leute Kleider macht. Nun kann die Seele, wenn sie da untertaucht, nur außerordentlich schwer umsetzen dasjenige, was sie eben an der schönen Staatstoga empfunden hat; das kann sie schwer vorstellen an den schrecklichen Kleidern, die der Kleidermacher zu machen hat. Da verwandelt es sich beim Übergehen, bei der Stauung, von der Vorstellung der Toga zu dem gegenwärtigen ministeriellen Staatsrock, und erst später, wenn der Betreffende ganz untergetaucht ist in seinen ätherischen und physischen Leib, dann vertilgt das, was er nun vorstellen muß, dasjenige, was er kurz vor dem Aufwachen erlebt hat.

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Cite: GA 227/1923-08-22/p009 · edition original