Anthroposophie als Zeitforderung

GA 231/1923-11-15/p022 ·1923-11-15 · original (original)
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Aber man kommt damit nur bis zum Erleben des eigenen geistigen Daseins des Menschen im Erdendasein. Will man weiterkommen, so muß man noch andere Fähigkeiten in der Seele entwickeln. — Das Genauere darüber können Sie in den schon angeführten Büchern nachlesen, denn das Genauere ist nur durch das Üben vieler Einzelheiten zu erreichen. Hier soll nur das Prinzipielle erörtert werden. — Denken Sie sich, Sie erinnern sich an einen Zeitpunkt des Tages bis zum Morgen, wo Sie aufstanden, ja aufgewacht sind. Wenn Sie sich Mühe geben, kann der Tagesverlauf bis zu diesem Zeitpunkte vor Ihrer Seele stehen. Wenn Sie nun nicht in der Weise den Tagesverlauf sich vor die Seele stellen, daß Sie beim Morgen anfangen, dann zu den Erlebnissen des Vormittags und so weiter gehen, sondern wenn Sie den Tagesverlauf in rückwärtigem Ablauf vor die Seele stellen, so daß Sie bei dem bestimmten Zeitpunkte anfangen und ihn nun weiter rückwärts verfolgen, dann können Sie auch sagen, Sie kommen dann bis zu der Nacht, wo Sie geschlafen haben. Aber da stückeln Sie dann nichts an, da bleibt etwas unausgefüllt, und was sich dann an die rückwärts vorgestellten Ereignisse wieder anschließt, ist das letzte Erlebnis vor dem Einschlafen, und dann können Sie wieder den Tagesverlauf des vorigen Tages sich vor die Seele rücken. Kurz, wenn der Mensch in dieser Weise im gewöhnlichen Leben erinnert, so bleiben immer Abgründe zwischen dem bewußten Erleben - die Abgründe, die wir im bewußtlosen Zustande während des Schlafens durchgemacht haben.

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