Fünfter Vortrag
Der Mensch sonderte von sich ab diese Pflanzenwelt. Wenn Sie sich vorstellen, Sie würden die Größe erlangen der ganzen Erde und dann nach innen absondern Pflanzliches, das nun im wäßrigen Elemente sich metamorphosierend entsteht, vergeht, heranwächst, anders wird, verschiedene Gestalten eben annimmt, dann würden Sie in Ihr Gemüt heraufrufen, wie es einmal war. Und daß es einmal so war, das sagten sich diejenigen, die etwa in der Gilgamesch-Zeit im Oriente drüben ihre Bildung aufgenommen hatten. Und schauten sie dann auf das Pflanzenwachstum auf den Wiesen hin, dann sagten sie sich: Wir haben die Pflanzen abgesondert in einem früheren Stadium unserer Entwickelung, aber die Erde hat die Pflanzen aufgenommen. Das Wurzelhafte ist ihnen erst von der Erde verliechen worden, ebenso alles dasjenige, was das Holzige ist, was die Baumesnatur des Pflanzenhaften ist. - Aber das allgemein Pflanzenhafte, das hat der Mensch von sich abgesondert, und das ist von der Erde aufgenommen worden. Eine innige Verwandtschaft fühlte der Mensch mit allem Pflanzlichen.
Cite:
GA 233/1923-12-28/p007 · edition original