Dreizehnter Vortrag
Man hatte ja in alten Zeiten durchaus das Bewußtsein, daß man die Namengebung einrichtet nach geistigen Tatsachen. Heute ist es den Leuten in der Regel gleichgültig, was ihre Kinder für Namen bekommen. Für manchen ist ja nur ein Gesichtspunkt der, daß die Sache schön klingt und dergleichen. Manchmal ist sogar eine gewisse Koketterie bei der Namengebung da. Es gefällt den Leuten der Name. Es gab alte Zeiten, in denen die Namengebung zusammenhing mit einer Beziehung, die man sich dachte, mit einer Beziehung des Kindes zur geistigen Welt. Nehmen Sie zum Beispiel ein Zeitalter an, in dem man eine prophetische Wesenheit mit Namen Elisa verehrt hat: da hat man gewisse weibliche Kinder genannt Elisabeth, das heißt das Haus des Elisa. Und so ist ausgedrückt gewesen, daß man dieses Kind in die Welt hereingesetzt hat unter der Voraussetzung, daß man sich dadurch die Gnade des betreffenden Propheten sichern wollte. Und so sind die Namen gegeben worden in dieser Absicht.
Cite:
GA 236/1924-05-30/p021 · edition original