Über die Lichtbilder vom Bau
Es ist zunächst wichtig, dass Sie vor allem den Grundgedanken ins Auge fassen. Der besteht darin, dass ja andere Architekturen gemacht sind auf die Wände hin; jene Architektur ist gedacht - da sie im Raum ist -, dass sie dadurch Abschlüsse hat. Und das, was abschließt, sind die Wände. Die Wände sind auch so ausgebildet in ihren Formen bei den gewöhnlichen Architekturen, dass sie abschließen, dass sie undurchsichtig machen die Empfindungswelt. Wenn man darinnen ist im Bau, [dann drückt sich das von außen betrachtet so aus], dass ein Stück Raum abgeschlossen ist. Dieser Gedanke ist durchbrochen worden bei uns. Unsere ganze Architektur ist so gebildet, dass sie, ich möchte sagen, seelisch durchsichtig ist. Man soll in dem Raum sein und die Empfindung bekommen, dass die Formen, die die Wände zusammen ausmachen, sichtbar einen ergreifen, dass diese Formen sich selber aufheben, dass sie so sind, dass man nicht das Gefühl hat, hier ist ein Raum abgeschlossen, sondern alles geht ins Weite hinaus. Also man soll durch die Formen selbst solche Wände haben, die sich als Wände aufheben, die seelisch durchsichtig sind. Das ist der Grundgedanke in allen Formen, die gegeben worden sind.
Cite:
GA 246/1918-06-30/p011 · edition original