39. Zur Charakteristik der Gegenwart

GA 251/1922-05-21/p034 ·1922-05-21 · original (original)
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Wenn wir aber die Welt zunächst äußerlich räumlich und zeitlich betrachten, so haben wir ja außer diesen Elementargeistern noch eine Welt: Das ist die ätherische Welt. Wir müssen vorzugsweise herunterschauen auf das feste Erdreich, auf das, was dieses feste Erdreich umgibt und umstürmt, umfließt und umströmt als die Wasser-Sphäre, als die Luft-Sphäre, was sie durchwellt und durchwirkt als Wärme. Wir müssen vorzugsweise hinunter und geradeaus schauen, wenn wir zu dieser Art von Elementarwesenheiten hinschauen wollen. Aber wir müssen vorzugsweise in die Weiten schauen, also nach oben - Wärme gehört ja noch dem Irdischen an, aber über dem Wärmeäther liegen der Lichtäther und der chemische Äther —, wir müssen in die Weiten schauen, wenn nach dem Ätherischen schauen wollen. Und wenn wir so nach dem Flüssigen schauen und den ihm zugrunde liegenden Elementargeistern, dann finden wir eine wimmelnde Bevölkerung von Einzelwesen, die klar uns erscheinen als einzelne Wesen; da herrscht die Zahl. Es ist gewissermaßen die Welt der Elementarreiche bevölkert von unermesslichen Elementarwesen. Wenn wir aber den Blick in die ätherische Welt richten, so lebt dort die Geistigkeit mehr als eine Einheit. Schon im Lichtäther können wir die einzelnen Elementargeister nicht mehr voneinander unterscheiden, wie wir es können im Luft- oder Wasserelement oder gar im irdischen Element. Im irdischen Element ist es ja so, dass man hinausgeht in gewisse Wälder, irgendein Gnomennest aufspürt, und - man möchte sagen - in einem kleinen Erdball können unter Umständen Tausende und Abertausende Elementarwesen eingehüllt sein, die dann in Vervielfältigung vor einem stehen. Man hat nur einen kleinen Ball in der Hand- und das wimmelt dann von dem, was sich auszählt. Da herrscht die Zahl, da herrscht das Gewimmel, das, was uns zwingt zu zählen, und was uns gestehen lässt, dass wir gar nicht zählen können, weil es unermesslich ist und weil jede Zahl gleich wieder übersprungen wird. Und von dem, der ein geistiges Schauen hat, kann man auch gar nicht sagen, dass er sich «verzählt». Sie können gar nicht unterscheiden, was früher oder später da ist; Sie glauben, Sie hätten fünf gezählt, und sehen, dass Sie eigentlich haben elf zählen müssen. Da sind die sechs aber nicht hinzugekommen, sondern die waren vorher schon da. Es herrscht das Gewimmel der Zahl. Aber im Ätherischen geht alles auf eine Einheit aus. Schon im Lichtäther bilden die Elementarwesenheiten eine Einheit. Das ist noch mehr der Fall im chemischen Äther, und das ist vollends der Fall im Lebensäther. Und aus dieser Empfindung heraus entstand ja einst jene Vorstellung, die in der Jahve-Vorstellung enthalten ist, in der Vorstellung des einen Gottes Jehova. Das ist das Wesen, das unausgesprochen aus den vielen einzelnen Wesen zusammenhängt und sich zusammensetzt und den Äther belebt, so wie die vielen Elementarwesen den Äther beleben.

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Cite: GA 251/1922-05-21/p034 · edition original