39. Zur Charakteristik der Gegenwart
Dem ist einzig und allein dadurch zu entgehen, dass die Menschen ein neues Christus-Verständnis, ein neues Verständnis des Mysteriums von Golgatha, durch die hereinbrechende spirituelle Welle bekommen. Denn dadurch stürbe der Intellekt nicht ab; er würde sich als Intellekt nicht weiterentwickeln, aber er würde durch die Spiritualität belebt werden. Er würde aus der toten Abstraktion zu einem gewissen inneren Leben kommen. Auf der anderen Seite würde dasjenige, was in den menschlichen Emotionen, in den menschlichen Instinkten lebt, nicht in Anspruch genommen werden von einer abstrakten Einheit im ätherischen Gebiete; es könnte nicht luziferisch werden. Ein neues Christus-Verständnis, ein neues Verständnis des Mysteriums von Golgatha, brauchen wir. Und zu der richtigen Einsicht, wie wir das brauchen, kommen wir auch, wenn wir das richtig ins Auge fassen, was vorzugehen droht als eine andere Gruppierung im Weltenall, als eine andere Gruppierung der elementarischen und der ätherischen Wesenheiten. Ja, man kann wirklich schon wahrnehmen, wie auf der einen Seite der Verstand sich heruntersenken will zum Ahrimanischen, zu den niederen elementarischen Wesenheiten. Dann ist auf der anderen Seite deutlich wahrnehmbar, wie heute ein gewisser Hang besteht, von dem eigentlichen Christus-Wesen sich zu entfernen und in jene ätherische Einheit unterzutauchen, sodass durch dieses Untertauchen, eben durch die Verleugnung des Christus-Prinzips, etwas Luziferisches aufgenommen wird.
Cite:
GA 251/1922-05-21/p037 · edition original