Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1908-06-14

GA 266a/1908-06-14/p004 ·1908-06-14 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern sowie Notizen von Vorträgen» (Participants' records written from memory, and notes of lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

das Ich, das immer an sich schafft, das immer von neuem «beicht» werden muß, wie Fichte sagt. Fichtes Philosophie versteht nur richtig, wer sie von diesem Standpunkt aus erfaßt, daß das Ich sich [selbst] immer neu schaffen, sich selbst erkennen muß. Dies meint auch Meister Eckhart, wenn er sagt: «Wäre ich ein König und wüßte es nicht, so wäre ich kein König.» Also: was nützt es, ein König zu sein, wenn man sich nicht bewußt ist, einer zu sein. Alles wirft seinen Schatten aus höheren Planen auf niedere Plane, und so wirken diese Drei, Ich, Weisheit und Liebe, auf dem nächstniederen Plan als Denken, Fühlen und Wollen. Hier sind sie nicht so spezifiziert, deshalb zeichnen wir sie als ein unter sich verbundenes Dreieck. Wer intensiv darüber nachdenkt, wird innewerden, daß das Ich sich in Denken umsetzt, die Weisheit ins Gefühl geht und die Liebe, die produktive, zum Willen wird, der der Antrieb zum Schaffen, zur Hingabe ist. Als Ergänzung zu diesen drei Punkten, diesem Dreieck, ist es gut, über vier weitere Punkte zu meditieren (siehe Zeichnung S. 392). Wenn der Mensch zu einer neuen Inkarnation drängt, so schaffen ihm höhere Wesen von viererlei Art seinen Ätherleib: die sanguinischen, cholerischen, phlegmatischen und melancholischen Wesen. Jeder Mensch erhält von jeder Art dieser Wesenheiten etwas, wenn auch die eine oder andere vorwiegt. Dieses vorwiegende Temperament äußert sich im ganzen Gebaren des Menschen, besonders des Kindes. (Ein sanguinisches Kind hüpft; sein

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