Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1908-08-05
Stuttgart, 5. August 1908 Aufzeichnung A Jeder Esoteriker, der die innere Entwicklung anstrebt, muß sich klar werden über seinen Zusammenhang mit der Umwelt und den geistigen Mächten, die darin leben und mit denen er fortwährend in Verbindung steht und die in ihm aus- und einströmen. Schauen wir uns den Menschen an, so haben wir zuerst seinen physischen Leib. Daß der physische Leib so zusammengesetzt ist, beruht auf den Wirkungen geistiger Mächte. Die Mächte, welche daran arbeiten in den vier Elementen: Erde, Wasser, Luft und Feuer, sind die Archai oder Urkräfte. Die strömen in seinem physischen Leibe ein und aus. So arbeiten in seinem Ätherleibe die Archangeloi oder Erzengel, im Astralleibe die Angeloi oder Engel. Dahinein gliederte sich die Empfindungsseele; an der arbeiten die Mächte [Dynamis]. An der Verstandesseele wirken die Gewalten (Exusiai)* und an der Bewußtseinsseele die Herrschaften oder Kyriotetes. Noch höhere Wesenheiten wirken an den höheren Gliedern des Menschen: Die Seraphime an dem Geistselbst (Manas), die Cherubime an dem Lebensgeist (Buddhi), die Throne an dem Geistesmenschen (Atma).** Wenn der esoterische Schüler der christlichen Schule sein Wesen erkennen wollte, so mußte er auf dieses Bild hinblicken, daß der Mensch gestaltet ist gleich einem Baume, der in dem Geistigen wurzelt. Das verstand man mit dem Sitzen unter dem Feigenbaume oder des Buddha unter dem Bodhibaume. Wenn Jesus zu Nathanael sagte: «Als du unter dem Feigenbaume saßest, habe * Die Vorlage hat hier «Dynamis». Der deutsche Ausdruck «Gewalten» entspricht jedoch dem griechischen «Exusiai». ** Es wurde offensichtlich an die Tafel gezeichnet. Doch wurden die Beziehungen zwischen den Wesensgliedern und den einzelnen Hierarchien in jeder Aufzeichnung anders festgehalten. Siehe die verschiedenen Versionen auf S. 411 f.
Cite:
GA 266a/1908-08-05/p002 · edition original