Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05

GA 266b/1910-11-05/p002 ·1910-11-05 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Berlin, 5. November 1910 Aufzeichnung Α Die Arche Noah Wie immer wollen wir auch heute den Tagesgeist um Hilfe für unsere Arbeit bitten. - Sonnabend-Spruch. Wir haben gestern davon gesprochen, daß der Schüler den geistigen Ton hört, den Ton aus Osten. Wollte der Schüler nun sagen, jetzt wüßte er, wie das Geistige tönt, jetzt hätte er den ersten geistigen Laut vernommen, dann würde er sich in einem großen, verhängnisvollen Irrtum befinden. Es ist dieser Ton, den der Schüler da hört, vielmehr das letzte Wort gleichsam aus dem Physischen. Alles, was noch irgendwie lautmäßig ertönt, jeder Ton, der irgendwie aus einem im Fleisch inkarnierten Kehlkopf kommen kann, ist nicht aus dem Geistigen. Die geistige Welt ist vorerst vollständig farblos, lichtlos, tonlos und so weiter. Alles, was wir an Farben etwa sehen, ist nichts Geistiges, sondern sie kommen aus unserem eigenen Innern, und zwar geben sie solche Eigenschaften an, die wir noch nicht haben, die wir noch erringen müssen. Wenn wir zum Beispiel eine rote Farbe sehen, so bedeutet das, daß wir Liebe noch nicht in uns haben, daß wir sie in uns entwickeln müssen. Sehen wir Violett, so will das sagen, daß wir hingebende Frömmigkeit uns aneignen müssen. Wenn wir lautmäßige Töne hören, so ist das nichts Geistiges, sondern etwas, was aus uns selbst stammt. Hat jemand auf eine bestimmte Speise eine Eßgier, fängt jemand zum Beispiel an, vegetarisch zu essen, hat er aber innerlich, leiblich innerlich noch das Verlangen nach Fleisch, auch wenn er sich dessen nicht bewußt wird, so tönt diese Gier in Tönen, in gleisnerischen Tönen heraus. Alle diese Töne und Laute sind nur okkultes Rabengekrächze!

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