Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05

GA 266b/1910-11-05/p004 ·1910-11-05 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Erlebnisse. Das ist wie die zweite Taube, die aufgelassen wurde und die zurückkehrte mit dem Ölzweig, dem Symbol des Friedens. Aber die Seele ist nicht ganz allein auf sich angewiesen auf diesem schweren Weg des Esoterikers; es gibt etwas, woran sie sich halten kann. Etwas derartiges ist das Rosenkreuz. Wir sollen es auf uns wirken lassen; wir sollen uns klar sein, daß das Schwarz des Holzes darstellt unsere Leiblichkeit, die verhärtet und verdorrt ist, daß wir unser niederes Ich, das sich identifiziert mit der Leiblichkeit, ebenso dunkel und tot werden lassen müssen, wie das Holz des Kreuzes tot ist. Dann wird das höhere, geistige Ich so in uns wirken, wie sich das Schwarz des Kreuzes zu hellen, strahlenden Lichtlinien umwandelt. In der gleichen Weise wird das Rot der Rosen sich aus der Farbe der innerlich wirkenden Liebe zum Grün umwandeln, der Farbe des nach außen wirkenden Lebens. Wenn wir Symbole erleben, so sind nicht die echt und aus der geistigen Welt stammend, die uns freudig machen, die wir freudig erleben, sondern nur die, bei denen wir Leid empfinden. Und mit uns herumtragen müssen wir sie, bis wir ihren Sinn erfaßt haben. Im Leiden muß das Geistige aus ihnen in uns geboren werden. Und noch eins müssen wir einsehen: das ist das, daß wir gar nicht unegoistisch sein können. Wir sind niemals unegoistisch, nie, nie, nie! Und wenn wir uns auch einbilden, jetzt etwas getan zu haben, was ganz selbstlos ist, so ist das doch ein Irrtum. Wir können gar nicht selbstlos handeln. Es ist das Weltenkarma, das uns egoistisch handeln läßt. Das Weltenkarma ist der Gott! Und kommen wir einst so weit, daß wir gut und edel handeln, so ist es der Gott in uns, der gut ist. Wenn wir selbstloser werden, so werden wir zum Beispiel eines bemerken; wir werden keine Angst und keinen Schrecken mehr empfinden. Wenn neben uns plötzlich ein starkes Geräusch entsteht, werden wir nicht mehr zusammenfahren wie früher. Der Gott, der uns gut und edel handeln läßt, ist unser Urbild. Unser Urbild hat uns

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