Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05
verwandeln und in uns erwecken die Hingabe an das Göttliche. Ein Schleier wird vor unseren Augen zerrissen, und wir werden bewußt in die geistige Welt hineinschauen. Aufzeichnung D Anknüpfend an das tags vorher Gesagte, sprach der Doktor: Wir sollten nicht meinen, daß unsere Schauungen etc. richtig und von Wert seien, ehe wir nicht gehört hatten das «unaussprechbare Wort», was kein Wort in menschlichen Lauten wäre, überhaupt keinen Ton oder Vokal - wie irdische Töne oder Vokale - hätte. Alles das, was sich uns so manifestierte, käme aus uns selbst - Luzifer und Ahriman = Täuschung, und die Töne, zum Beispiel Klopftöne und unsere Auslegung von ihnen, müßte mit dem Ausdruck «Rabengekrächze» gekennzeichnet werden und das Reden über derartige Erlebnisse sei ebenfalls nichts als Rabengekrächze. Erst wenn wir das «Wort» vernommen, würden wir zu einem Verständnis gelangen, was der Ausdruck «Osten - weise Meister des Ostens» bedeute. Wenn eingewendet würde: ja, woran erkenne ich, daß ich zum Beispiel in Farben wirkliche Erlebnisse habe? so diene hier als Kennzeichen, daß sich diese Farbenbilder verwandeln müßten, ebenso Formen oder Gestalten, die - nicht sich verwandelnd - nichts bedeuten. Haben wir solche Bilder, so sollen wir darüber schweigen und versuchen, sie richtig auszulegen. Das ist gleichsam wie eine Taube, die wir aussenden und die nicht zurückkehrt. Wir sollen auch nicht trauern oder ungeduldig werden, wenn - nachdem wir einmal eine Schauung hatten - lange, lange keine wiederkehrt. Warten, geduldig warten sei notwendig. Beispiel einer Auslegung: Sehen wir zum Beispiel Rot, so heißt das nicht die Liebe oder wir haben die Liebe, sondern eben gerade, wir haben sie nicht; wir sollen sie uns aneignen. Ebenso bei Vio-
Cite:
GA 266b/1910-11-05/p009 · edition original