Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Hannover, 1911-03-05
* Aufzeichnung Β Es werden dem Rosenkreuzer-Schüler zur Unterstützung bei seinen Meditationen zwei Sprüche gegeben. Diese lauten: Hüte dich in deinem esoterischen Streben vor dem Ertrinken und zweitens Hüte dich vor dem Verbrennen am Feuer des eigenen Ich Zwei Wege gibt es für den geistig Strebenden, denjenigen nach außen und den nach innen. Es liegt vor unseren Augen wie ein Schleier, wie eine Decke, die wir durchstoßen müssen, um zu dem dahinterliegenden Geistigen zu gelangen. Aber nicht nur nach einer Richtung hin umgibt uns dieser Schleier, sondern nach allen Seiten, nach oben, nach unten, nach links, nach rechts - überall muß die Decke durchstoßen werden nach außen hin. Derselbe Schleier aber findet sich bei dem Wege nach innen. Alles was wir erleben an Freuden und Leiden, ist wie ein Nebel um uns herum, der das Geistige verdeckt, dasselbe Geistige, das wir finden, wenn wir die äußere Decke durchstoßen. Damit sich die Menschheit wieder fortentwickelt zum Geistigen hin, gibt es von Zeit zu Zeit Menschen, welche weiter vorgeschritten sind, als es die augenblickliche Entwicklung zuläßt, und welche Mitteilungen zu machen haben über Zeiten, die weit hinaus in die Zukunft der Menschheitsentwicklung hineinreichen. Ein solcher war der Schreiber der Apokalypse, Johannes. Aber ehe er diese Offenbarung der zukünftigen Menschheitszustände schrieb, da sagte er sich: Bevor ich das kann, muß ich dazu gelangen, ganz aus meiner jetzigen Umgebung herauszukommen, in welcher ich beeinflußt werde von meinem eigenen Selbst, das in meinem Körper eingeschlossen ist, von mir selbst, der ich verbunden und gebunden bin an alles das, was mich ringsum umgibt. - Von alle dem muß ich mich frei machen. Wie auf einen Fels mußte er sich stellen, der ihm als feste Grundlage diente, auf dem er nicht wankte, auf dem er von nichts beeinflußt werden konnte, was um ihn und in ihm wogte und lebte. - Und er versetzte sich an den Abend des 30. September des Jahres 395 bei Sonnenuntergang auf die Insel Patmos. Als die Sonne am Horizonte beinah verschwunden war, als die Sterne und der Mond hervortraten, da stand am westlichen Himmel das Sternbild der Jungfrau, bestrahlt von der untergehenden Sonne, unter ihr, zu ihren Füßen der Mond. Dies Bild, die Jungfrau mit der strahlenden Sonne, zu ihren Füßen der Mond, ist wiedergegeben in dem einen Siegel. - So sind alle Siegel herausgeholt aus tief mystischen Zusammenhängen.
Cite:
GA 266b/1911-03-05/p005 · edition original