Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-01-07

GA 266b/1912-01-07/p002 ·1912-01-07 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Berlin, 7. Januar 1912 Aufzeichnung Α Anrufen des Tagesgeistes (Sonntag). Wir haben das letzte Mal besprochen, wie der Mensch ein Wesen mit sich trägt, den Doppelgänger, wie er in Verbindung mit ihm steht und wie der luziferische Geist Samael in ihm diese Spaltung bewirkt und uns dies zum Bewußtsein bringt. Es kommt vor, daß dieser Doppelgänger uns veranlassen will, durch seine ihm anhaftenden Begierden und Leidenschaften, denen wir früher gefrönt haben, mit uns durchzugehen, so daß wir außer uns geraten, sei es durch Zorn oder anderes. Beim Durchschnittsmenschen macht dies in der Regel nicht viel aus, bei dem Esoteriker sollte aber so etwas nicht geschehen; er muß viel mehr auf sich achten; das Gefühls- und Triebleben des Esoterikers wird ein ganz anderes. Man soll nicht glauben, daß der Mensch lieblos und gleichgültig wird. Gerade die Liebe wird viel mehr vertieft und auf eine höhere Stufe gehoben; sie wird opferwilliger und selbstloser. Eine esoterische Schulung, die das Ertöten der Liebe und des Mitgefühls lehrt, ist ganz auf dem Irrweg. Gerade dadurch, daß wir unser Gefühlsleben ändern, bekommen wir ein höheres Gefühl für die Schönheit der Welt und auch für die Kunst. Auch sollen wir nicht lamentieren über seelische Verluste, oder auch nicht sagen: Ich kann nicht gegen mich selbst an, - sondern sich in solchen verzweifelten Momenten sagen und immer wieder sagen: Geduld - sei stark! Dasselbe gilt auch, wenn man glaubt, nicht vorangekommen zu sein, weil man keine Erlebnisse in den höheren Welten hat. Was erzielt werden soll bei der esoterischen Schulung, ist die Einsamkeit der Seele. Die muß die Grundstimmung der Seele bleiben und auch durch nichts erschüttert werden, selbst wenn

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/266b/1912-01-07/p002.json
Cite: GA 266b/1912-01-07/p002 · edition original