Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1912-02-22

GA 266b/1912-02-22/p002 ·1912-02-22 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Stuttgart, 22. Februar 1912 Aufzeichnung Α Bei dem, was wir vorgestern besprochen haben, ist vor allen Dingen so notwendig und wichtig, daß der Esoteriker diese Dinge erfühlen lernt, sie nicht nur verstandesmäßig erfaßt. Bevor wir aber weiter darüber sprechen, wollen wir noch einiges erwähnen, was für den Esoteriker wichtig und von Wert ist. Wenn man in eine esoterische Strömung kommt, ist es ganz natürlich, daß man sich fragt: Wie bringe ich meine Seele vorwärts, wie entwickle ich sie nach aufwärts? Da ist es von der größten Wichtigkeit, daß wir fest auf einem esoterischen Mittelpunkte stehen, von dem aus wir in das Leben blicken, es uns von da aus bestrahlen lassen. Wir sollen uns öffnen gegenüber den zeitgemäßen Strömungen aus der spirituellen Welt heraus. Es hat absolut keinen Wert, mit anderen Richtungen zu liebäugeln, weil sie uns theosophisch erscheinen, uns oberflächlich mit ihnen zu beschäftigen. Das hindert direkt unsere Fortschritte. Viel besser wäre es, sich einer mehr oder weniger falschen Richtung anzuschließen, wenn wir meinen, daß sie uns mehr gibt; denn wir werden dann auch das uns Entsprechende von ihr haben. Der wahre Esoteriker muß von seinem festen, unverrückbaren Standpunkte mit wachen Augen dem Leben entgegensehen; denn dieses wird immer komplizierter werden. Diese Komplikationen werden durch luziferische Wesenheiten herbeigeführt, die beim Mysterium von Golgatha in der Entwicklung zurückgeblieben sind, d. h. sie haben die Folgen dieses Mysteriums nicht in sich aufgenommen. Was in den geistigen Welten jetzt geschieht, wirkt für den, der hineinschauen kann, vielfach erschütternd. Das, was Luzifer uns brachte, daß wir in unseren physischen und Ätherleib einzogen und nicht darüber schweben blieben, war ja eigentlich gut für uns; denn unser Ich hat dadurch Erkenntniskraft und Gedächtnis errungen. Das Gedächtnis ist ja etwas, was allerdings auch etwas Zurückhaltendes ist. Wir würden ohne es aber in der Art, wie wir in unseren Körpern stekken, nicht auskommen können, würden vor allen Dingen Wirklichkeit und Illusion nicht unterscheiden. Nehmen wir an, wir würden an einen Menschen, den wir vor zwanzig Jahren gekannt hätten, denken und diesem Erinnerungsbilde gegenübertreten und es begrüßen, so müßten wir das eine Halluzination nennen. Dieser Art Halluzinationen würden wir uns aber hingeben, wenn wir etwas Zurückgebliebenes für etwas Zeitgemäßes halten würden, und das ist etwas, was in den nächsten Zeiten vielfach der Fall sein wird. Die luziferischen Wesenheiten, die beim Mysterium von Golgatha zurückblieben, haben sich sozusagen eine Vorhut geschaffen in gewissen Seelen, deren sie sich nach deren letztem Tode bemächtigt haben. Das sind Seelen, die zur Zeit von Tauler und Meister Eckhart gelebt haben im 13. Jahrhundert, und die der Gemeinschaft der Begarden angehörten. Die suchen nun die Gemüter zu verwirren in den nächsten Zeiten, und als Mittel benützen sie dabei die alten Religionen des Brahmanismus und Buddhismus. Die waren für ihre Zeit, als sie den alten Indern gegeben wurden, das Richtige, und besonders der Brahmanismus war eine viel spirituellere Religion, als das Christentum bis heute noch ist. Daß aber dieses nicht schon vorgeschrittener ist, daran ist schuld, daß die Europäer sich seit dem Mittelalter die Gelegenheit entgehen ließen, das ihnen Zukommende richtig zu entwickeln. Vor allen Dingen wird aber wie eine Flutwelle von China aus eine hohe geistige Kultur herüberdringen, die den Europäern sehr imponieren wird, weil sie eben durch ihr hohes Alter, das bis in die Atlantis zurückreicht, dem jetzigen Christentum weit überlegen ist. Was jetzt in China geschehen ist, ist vielleicht äußerlich politisch von Bedeutung, aber als Ausdruck einer viel weittragenderen geistigen Bedeutung muß der Esoteriker ein Buch ansehen von einem hervorragenden Chinesen: Ku Hung Ming, «Chinas Verteidigung gegen europäische Ideen», das auch ins Deutsche übersetzt ist. Ku

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/266b/1912-02-22/p002.json
Cite: GA 266b/1912-02-22/p002 · edition original