Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-04-24
Berlin, 24. April 1912 Aufzeichnung Α In der vorigen Stunde* wurde eine Imagination vor unsere Seele gestellt, die in ihrer Art Kräfte in uns auslöst, die uns eine Hilfe auf unserem okkulten Pfade sein können. Heute sollen zwei inspirierende Gedanken vor Ihre Seele treten, die in gleicher Weise wirksam sein können. Das ist das Wesentliche solcher Gedanken, solcher Fragen, daß wir sie eine Weile lang in der Seele ruhen lassen, daß wir sie zu uns sprechen lassen, ohne daß wir daran rühren. Exoterisch hat man sich genugsam mit diesen beiden Gedanken beschäftigt, freilich in ganz anderem Sinne, so daß sie die Menschen zu den unmöglichsten Kommentaren und Streitigkeiten geführt haben. Esoterisch gefaßt, sind sie eine Hilfe für den okkulten Schüler. Der erste dieser inspirierenden Gedanken ist «der mutterlose Mensch» oder besser «das mutterlose Menschenwesen», das in der biblischen Urkunde als Adam bezeichnet wird. Alles, was uns entgegentritt an menschlichen Wesen, ist ohne Mutter geboren nicht denkbar. Das einzige mutterlose Menschenwesen ist Adam; nur die Vaterkräfte waren in ihm wirksam. Natürlich dürfen wir uns ihn nicht physisch-sinnlich vor die Seele stellen, denn die physischen Bedingungen von heute waren ja damals nicht auf unserem Erdenplaneten vorhanden, als Jahve den ersten Erdenmenschen in seinem Ätherleib schuf, und zwar schuf er ihn aus den Substanzen des Erdenplaneten, wie dies auch in der Bibel angedeutet ist. Diese Substanzen, diese Erdenkräfte sind noch heute in jedem Menschen vorhanden, so daß man also sagen kann: Jahve ist unser aller Vater - und der Planet ist unser aller Mutter. * Am 22. März 1912.
Cite:
GA 266b/1912-04-24/p002 · edition original