Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-04-24

GA 266b/1912-04-24/p004 ·1912-04-24 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Und was waren nun diese Isiskräfte? Es waren die reinen Mutterkräfte, die vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen nur in der geistigen Welt zuteil werden konnten, also wenn er durch die Pforte des Todes geschritten war. Ein Wissen davon war in den ägyptischen Mysterien. Über dem Bilde der Isis standen die Worte: «Ich bin der ich bin, der ich war, der ich sein werde», dasselbe «Ejeh asher ejeh», das einst zu Moses aus dem brennenden Busch gesprochen wurde. Nur ahnend hinschauen konnte die ägyptische Seele auf das Mysterium von Golgatha, durch das die reinen Mutterkräfte auch auf den lebenden Menschen wirksam werden sollten. Erst als der Christus Jesus, das vaterlose Menschenwesen, sich ganz mit der Erde verbunden hat, indem er durch die Pforte des Todes geschritten ist, erst von der Zeit an können die reinen Mutterkräfte - die Kräfte aus dem Kosmos - im Menschen auf der Erde wirken. Mögen unsere modernen Gelehrten lächeln, wenn sie aus ihren engbegrenzten Anschauungen heraus blicken auf den Tierdienst der Ägypter. Uns kann nur tiefe Ehrfurcht erfüllen, denn wir wissen, daß sich dahinter verbirgt die Verehrung dieser Naturkräfte, die dem Menschen verschlossen waren. Und voll tiefer Bewunderung blicken wir hin auf den hohen Weisheitsgehalt, der all diesen Mysterien zugrunde liegt. Fragen wir uns: Wie ist denn die Wirksamkeit dieser beiden Kräfte im Menschen? Die Vaterkraft, die von der Erde durch den Umweg des Vaters auf das Kind geleitet wird, wirkt aufbauend und kraftbringend bis zum dreiunddreißigsten Jahre. Wenn auch die abwärtsstrebende Kraft, die Mutterkraft, schon im Menschen wirkt, so sind doch die Vaterkräfte bis zu diesem Zeitpunkt die stärkeren. Würden den Menschen nur die abwärtsstrebenden Kräfte - die Christus-Kräfte - beherrschen, so würde er sich nicht auf der Erde verkörpern. Würden ihn dagegen nur die aufstrebenden Kräfte, die planetarischen, beherrschen, so würde er immer auf der Erde leben; es gäbe dann keinen Tod.

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