Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1912-11-28

GA 266b/1912-11-28/p003 ·1912-11-28 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

ein Gefühl der Frömmigkeit auftauchen, und dieses Gefühl müssen wir jedesmal damit verbinden, wenn wir die Worte sagen oder denken. Es wäre falsch, wenn einer, um die Worte nicht in unrichtiger Seelenstimmung auszusprechen, sie überhaupt nicht sagen würde; sondern es muß eben geübt werden, dieses Gefühl der Frömmigkeit immer damit zu verbinden. Wir bekommen dann das Gefühl, daß das, was in uns denkt, unserem Ich verwandt ist, daß die hohen Wesenheiten, die es uns gaben, in uns denken. Den Exoterikern soll dies klargemacht werden in den Worten des Mysterienspiels: «In deinem Denken leben Weltgedanken.» (Für die Esoteriker drückt man es in dem Mantram aus: Es denkt mich.) Ein zweites Wort, das mantrisch ist und das uns helfen kann bei richtiger Anwendung, ist: Es wirkt mich. Wir wissen, daß in uns und durch uns alle Hierarchien wirken, daß wir ohne sie nichts wären, und deshalb ist es gut, uns immer mehr und mehr klar zu werden, daß wir ganz ihr Werk sind. Und das liegt in den mantrischen Worten: Es wirkt mich. Diese sollen wir mit dem Gefühl heiliger Andacht und scheuer Ehrfurcht denken und aussprechen. - In der Bhagavad Gita, diesem heiligen Buche, haben wir eine anschauliche Schilderung in dem Gespräche zwischen Krishna und Arjuna, daß wir unsere vorgeschriebenen Pflichten erfüllen sollen und doch in unserer Seele das Gefühl wach erhalten sollen für das Wirken der Gottheit in uns. In keinem anderen heiligen Buche, auch keinem christlichen, ist in der Weise darauf aufmerksam gemacht wie in diesem Hohenlied. Krishna sagt da: «Du sollst Krieger sein oder Priester oder Kaufmann und so weiter, je nachdem, zu welcher Kaste du gehörst, und deine Arbeit gewissenhaft vollführen, denn dein Schicksal hat dich in deine Tätigkeit versetzt. Doch sollst du mit deinem Ich über deiner Arbeit stehen und mit dem Göttlichen dich verbunden fühlen.» - Ein drittes Wort ergibt sich aus dem Gefühl heraus, das wir uns aneignen müssen, wenn wir uns klarmachen, daß aus dem ganzen Weltenraum heraus Kräfte in uns einströmen, daß wir

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