Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1912-11-28
unseren Kopf von hier, unsere Glieder von da, alle unsere Organe von verschiedenen Seiten her haben und auch von dort dirigiert erhalten. Das drücken wir in dem mantrischen Wort aus: Es webt mich. Und dies sollen wir nur mit einem Gefühle tiefer Dankbarkeit sagen und denken. Also: Es denkt mich mit Frömmigkeit, Es wirkt mich mit Andacht und Ehrfurcht, Es webt mich mit Dankbarkeit. Dieses Gefühl der Dankbarkeit können wir noch erhöhen und unterstützen, wenn wir des Morgens in unseren physischen Körper zurückkehren und uns sagen: ich kehre in etwas zurück, das ich mir nicht se|ber gewebt habe; ich könnte nicht aus der Bewußtlosigkeit ins Bewußtsein tauchen, wenn nicht du, Vatergeist, mir diesen Körper dazu geschaffen hättest, und ich danke dir in scheuer Ehrfurcht dafür. Wir können unsere Meditation schon in der Art ausführen, daß wir das Gefühl bekommen: nicht ich denke sie, sondern Es denkt mich. So wie wir zwischen Geburt und Tod morgens in unseren Körper untertauchen, um ein Bewußtsein zu erlangen, so müssen wir beim Tode auch in etwas untertauchen, um ein Bewußtsein zu bekommen, und das ist der Christus. Das sagt uns der Spruch: Ex Deo nascimur - morgens tauchen wir durch den Vatergeist in unseren physischen Körper; In Christo morimur - an der Pforte des Todes müssen wir in den Christus-Geist eintauchen. Per Spiritum Sanctum reviviscimus - um im heiligen Geiste aufzuleben.
Cite:
GA 266b/1912-11-28/p004 · edition original