Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Leipzig, 1913-12-30
beim Tiere ist es anders - daher, daß ein Ich und Astralleib tätig sind. In der Meditation ist es möglich, diese Eigenwärme zu spüren in und auch weit außerhalb des Körpers als eine Wärmesphäre, die die Stelle ausfüllt, wo sonst der Körper empfunden wird und darüber hinaus. Diesen Wärmeäther, der uns umhüllt, müssen wir fühlen. Viel Aufmerksamkeit ist dazu nötig. Natürlich, wenn jemand sich uns näherte und uns stechen wollte, so wird man nur etwas merken, wenn wirklich die Haut berührt wird. Man kann sich nicht einbilden, gestochen zu werden, wenn nur der uns umgebende Äther getroffen ist. Angehende Esoteriker spüren nichts von diesem Äther, sie spüren etwas ganz anderes: Gedanken, die auf sie einstürmen; oft lange vergessene Bilder, Gefühle und Sorgen dringen auf sie ein. Sie kommen dann wohl und klagen. Dann kann der mehr erfahrene Esoteriker sagen: Ich gratuliere dir zu dem Fortschritt, daß du das jetzt merkst! Darauf paßt das Wort aus dem Johannes-Evangelium: «Und das Licht scheinet in die Finsternis, aber die Finsternisse haben es nicht ergriffen!» Denn diese Wärme, die in uns ist, ist Finsternis. Von außen will das Licht eindringen, aber es kann nicht, weil in der Wärme selbst ein Kampf stattfindet, ein Kampf zwischen zwei Arten von Wärme. Es wird dem Menschen schwer fallen, einzusehen, daß es diese zwei Arten von Wärme gibt. Um das etwas einsehen zu können, muß man zu den Bauern gehen, zu ihrer Bauern-Philosophie, wenigstens wie sie früher war; denn in den letzten Jahrzehnten sind die Bauern immer dümmer geworden. Aber das rührt nur daher, weil sie mehr mit den Städtern in Berührung gekommen sind. Die alten Bauern waren durchaus nicht dumm; sie wußten vieles in ihrer Bauern-Philosophie. So hat mir einmal ein alter Hirte gesagt, als ein Gewitter begann heraufzuziehen: Das sind zwei Wetter, die gegeneinander aufziehen. - Die moderne Physik würde von positiver und negativer Elektrizität sprechen; aber bei diesen abstrakten Begriffen hört dann auch ihr Verstehen auf. Der alte Hirte fühlte, wußte
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GA 266c/1913-12-30/p005 · edition original