Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1914-03-27
und empfinden: Alles Materielle ist vergänglich - aber das Gute, Wahre in mir ist nicht vergänglich. Das ist ewig! Ich darf mitschaffen am Ewigen, mitbilden an dem Samen für ein Künftiges, indem meine Seele lebt in den Fluten des Göttlich-Wahren, Guten. In dem, was als Göttlich-Schöpferisches seit Urzeiten schafft und wirkt in der Welt. - E.D.N. II Geisteslicht erwarme mich Lass in dir mich wollend fühlen. Gutgedachtes, Wahr Erkanntes Wie erlebt dich leuchtend Ich Irrtumswehen, bös erdachtes Zeige dich der Leuchte-Seele Dass ich webend in mir sei. Haben wir uns in der ersten Strophe erhoben wie mit Seelenschwingen über das bloß Irdische, läßt uns diese zweite Strophe den Weg finden in unser eigenes Selbst. Wir versenken uns tief hinein in die Einsamkeit der Seele. Immer enger zieht sich das Ich zusammen! Es erkennt immer mehr, was es an guten und edlen und auch an bösen und törichten Gedanken in seiner Seele trägt. Und es erkennt an, daß beides im Entwicklungsgang des Erdenmenschen notwendig ist. Es ergibt sich dem Meditanten die Mission des Bösen: daß es die künftige Nahrung ist für das Gute. Daß dies Gute sich ernähren wird wie ein sprossender Keim aus dem Bodensatz des Bösen, daß es alles Böse, Lasterhafte verzehrt und selbst ein ewiges Dasein begründet. Und die Seele erkennt: Beides, das Böse und das Gute, wird von dem Christus entgegengenommen. Er wird es scheiden! Ihm müssen wir entgegentragen unser ganzes Seelendasein, damit es Früchte der Ewigkeit einst bringen kann; wir müssen lernen, es in den Christus hineintragen, hineinsterben zu lassen. - I. — M.
Cite:
GA 266c/1914-03-27/p011 · edition original