Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1914-03-27
unserer Seele, unseres Selbstes im Ätherleib, damit wir so durchdringen zu dem wahren, eigentlichen Urgrund unserer Gedanken, die im Ätherleib ihr Leben haben. Haben wir uns dahin erzogen, das Schattenhafte unserer Gedanken und unserer äußeren Umgebung zu erkennen und immer mehr fallen zu lassen, dann wachsen wir hinein in die geistige Welt. Dann werden wir auch erkennen, daß alles, was wir auf Erden an Gedanken der Güte, des Wohlwollens, des Edlen erzeugen, sich zu bleibenden, unvergänglichen Daseinswerten umsetzt, die weiterbestehen werden. Wir sehen sie vor uns in der Ferne, in der Zukunft, da leben sie zum Heile der Menschheit. Und auch alles Böse, Schlechte, Lügenhafte lebt, alle niederen egoistischen Gedanken - wir sehen sie vor uns wie in der Ferne, aber sie sind als Abfallprodukt zurückgeblieben, sie sind Nahrung für das Gute. Alles Böse, Schlechte wird zu dem, was an sich unfruchtbar ist, was aber zur Nahrung wird für das, was sich aus dem Keime des Guten entwickeln soll. Wie hier auf dem physischen Plan der mineralische Boden die Nahrung abgibt für die Pflanzen und sich das eine immer von dem andern ernährt, so wird alles bös Gedachte, alles schlecht Erkannte der Bodensatz für die in der elementaren Welt aufkeimenden Gedanken des Guten, Edlen, Wahren. Daher kann auch der Okkultist das Schlechte, Irrtümliche sich so gut ausdeuten; er soll es sich in Gedanken vorstellen, aber er weiß, daß er nicht weiter gehen darf als bis zu diesem Punkt, wo es Gedanke ist; er läßt es nicht in die Tat, die Wirklichkeit übergehen, die immer luziferisch und ahrimanisch ist; er weiß, daß es den Boden abgibt, auf dem der Keim des Guten dereinst erwachsen soll. So ist es eigentlich in der Evolution der Erde auch geschehen, so ist das Mineralreich der Erde entstanden. Auf dem alten Monde haben die Hierarchien vom Menschen aufwärts bis zu den Geistern der Form den Irrtum gedacht. Das war da am Platz und daraus ist das Stoffliche, Mineralische auf der Erde entstanden. Und aus diesem Erdenstoff hat Jahve-Elohim den Menschen bilden, ihm seine physische Hülle geben können. Luzifer aber, der ja auf ähnlicher Stufe ist, wie die Elohim auf dem Monde waren, will dasselbe noch immer ausführen. Er kann sich dazu aber nur des Menschen bedienen, er kann den Irrtum nur im Innern des Menschen denken lassen. Da es mir momentan nicht möglich ist, mit einzelnen zu sprechen, so möchte ich hier drei Formeln geben, die nach Belieben meditiert werden können. Zum Beispiel die erste am Morgen, die zweite am Abend, die dritte sonntags, oder auch die erste und zweite montags und donnerstags und die dritte nur ab und an als Prüfung des in den zwei anderen Meditationen Erlebten; sie werden uns dann ganz klar werden. I. Zu den Dingen wend ich mich Wend ich mich mit meinen Sinnen; — Sinnensein, du täuschest mich! - Was als nichts das Dasein flieht: Dir ist's Sein und Wesenheit; Was dir nichtig scheinen muß, Offenbare meinem Innern sich. - Zu den Dingen ... - wirklich soll sich die Seele wie mit einer inneren Geste zu den Dingen wenden. Die zweite Zeile: Wend ich mich ... - verstärkt die erste; ich soll das wirklich innerlich fühlen. In der dritten Zeile rede ich das Sinnensein an. Die Seele soll sich frei machen vom Physischen, von dem Nichts der Sinnenwelt. Sie soll sich vom Physisch-Materiellen erheben zu dem, was hinter den Dingen ist. Sie soll sich weit ausbreiten in den Raum hinaus und empfinden: Das Gute in mir ist ewig; es ist der Same für Künftiges - Ex Deo Nasamur IL Geisteslicht erwarme mich Lass in dir mich wollend fühlen. Gutgedachtes, Wahr Erkanntes
Cite:
GA 266c/1914-03-27/p015 · edition original