Fünfte Wiederholungsstunde
Es sind tiefe Sprüche, die uns da der Hüter der Schwelle vor die Seele stellt. Nur wenn wir sie wohl beachten und hineingeraten in die Furcht vor uns selber, wie wir nichtig werden, wenn wir uns der Erde gegenüber nur als denkend fühlen, wird uns der Seelenmut zum lebendigen Denken erwachsen. Wenn wir fühlen, wie lahm wir sind, wenn wir auf Erden fühlen, halb-lebendig, gelähmt, wird uns die Stärke wachsen, die uns erwachen lässt, sodass wir wie erwachend sind im geistigen Leben mit dem Fühlen, in dem wir waren, bevor wir heruntergestiegen sind ins physische Erdendasein. Dann, wenn wir hinuntersteigen in unser Gedächtnis, wollen mit unserem Gedächtnis in dem Lüfteweben, in dem Augenblick fühlen wir uns wie sklerotisiert und kalt durchschauert. Aber gerade wenn wir diesen kalten Schauer in uns fühlen, wird aus der Kälte wiederum das Entgegengesetzte, das Geistesfeuer erwachen, das uns zeigen wird, wie das auf der Erde von uns nur zu verschlafende Wollen wurzelt in dem lebendigen Wollen, in dem wir waren, bevor wir heruntergestiegen sind ins irdische Dasein. Erinnernd erkennen müssen wir uns in unserem Sein, bevor wir heruntergestiegen sind ins physisch-irdische Dasein. Daran ermahnt uns der Hüter der Schwelle.
Cite:
GA 270/1924-09-15_02/p023 · edition original