15. Goethes Aufsuchen der Tiefen des Werdens und der Weltgeheimnisse in Seinem «Faust» Die Luziferische und die Ahrimanische Verführung

GA 272/1916-09-11/p012 ·1916-09-11 · original (original)
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Eine ungeheure Tiefe ruht in dieser Sache. Und so sucht Goethe wirklich in diesem sterbenden Faust an einem Menschen nicht ungeschehen zu machen, aber so zu gestalten das Luziferische, daß es im Gleichgewicht mit dem Ahrimanischen ins Leben hereintritt. Und jetzt spricht die Sorge gewissermaßen ein tiefes Wort aus, um das zu interpretieren, was sie tut. Luzifer hat einst gesagt: Ihr Menschen werdet sehend sein dadurch, daß eure Augen aufgetan werden. — Was sagt die Sorge? Die Sorge stellt dem Luziferischen das Ahrimanische entgegen. Die Menschen sind zwar äußerlich-physisch sehend geworden, aber in geistiger Bezie hung blind, und das sind sie das ganze Leben hindurch. Wodurch kann es überwunden werden, dieses Blindsein? Dadurch, daß man mit Bewußtsein hineintaucht, daß man es faßt, daß man es erkennt, dadurch tritt wiederum geistiges Sehen, geistiges Schauen ein. Nun spricht die Sorge ein Wort aus, von dem man schon mit einem gewissen Rechte sagen könnte, es klingt zunächst gleich geheimnisvoll für Kluge und für Toren:

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