Erster Tag
Schon an diesem ersten Nachmittag sprach Rudolf Steiner als Letztes von drei Konsonanten — eindringlich hatte er betont: «Man muss die Vokale empfindend durchleben in ihren Bewegungstendenzen: streckend, greifend, biegend, kreuzend, strebend.» In all diesem Tun lebt ja die Seele und spricht sich in immer anderer Weise aus: «Das ganze Seelische stellt sich in seinem Gefühlsleben dar in den Vokalen.» Diesem in rein Seelischem webenden und lebenden Geschehen wurden nun gegenübergestellt drei bestimmte Konsonanten, und zwar die drei Konsonanten », b, s, zu denen ein Stück Außenwelt ergriffen wird, bei denen wir «etwas in der Hand haben» und nun unsere ganze Aufmerksamkeit, unser ganzes Erleben, alle Anpassungsfähigkeit hinlenken auf dieses «Etwas», diesen Gegenstand. Anders werde ich dieses Stück Außenwelt berühren, halten, auf mich beziehen oder gar mich mit ihm gemeinsam bewegen oder Form geben, wenn cs ein Schleier, ein Stab, ein Schild, eine Knospe oder eine Blume ist. «Denken Sie sich, wie geistvoll es sein kann, wenn der Knabe im ‹Heidenröslein› einen Stab in der Hand hält und mit dem Stab alle seine s-Bewegungen ausführt», sagte Rudolf Steiner, als er uns etwa ein halbes Jahr später zu der einzigen Stabübung, die er während dieser ersten Unterweisungen angab, noch einige weitere zeigte, die zum Teil deutlich einen solchen s-Charakter hatten.
Cite:
GA 277a/1912-09-16_02/p027 · edition original