Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1919-05-06/p008 ·1919-05-06 · original (original)
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In der neueren Zeit haben die Menschen verlernt, zu der wahren dichterischen Kunst ein Verhältnis zu haben. Rezitieren, deklamieren kann man heute wirklich gar nicht mehr, weil man doch immer Prosa liest. Hier ist der Mensch genötigt zu wissen, dass Dichtung mehr ist als bloße Prosa, dass Dichtung geformte, gestaltete Sprache ist. Daher wird [das Gesprochene], wenn jetzt rezitiert werden wird - wodurch Sie das, was Sie in den Bewegungen schen, auch hören werden -, durch das kunstvolle Sprechen wiedergegeben werden, nicht durch prosaische Deklamation, wie Sie es überall da sehen können, wo die Kunst verloren ist auf diesem Gebiet. [Es muss] wiederum gefunden werden für die Deklamation eine echte Kunst. Diese Kunst wird gerade gelernt, wenn man genötigt ist, das Deklamieren dem anzupassen, was der Mensch, wenn er ganz Kehlkopf ist, zum Ausdruck bringen muss.

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