19. Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1919-08-16/p019 ·1919-08-16 · original (original)
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Wenn Sie in unseren eurythmischen Darstellungen doch noch Pantomimisches bemerken werden, so bitte ich Sie, das zu betrachten so, dass wir mit unserer Kunst eben durchaus im Anfange erst stehen. Daher hat sie noch manches Unvollkommene. Aber alles Pantomimische, alle Zufallsgesten sind eigentlich noch Unvollkommenheiten. Wenn zwei Darstellende, zwei ganz verschiedene Darsteller zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten dasselbe eurythmisch darstellen würden, so würden sie es, weil die Eurythmie eine innerliche Gesetzmäßigkeit hat, in gleicher Art so darstellen, dass die individuellen Verschiedenheiten nur so große sind, wie wenn zwei Klavierspieler nach ihren individuellen Eigentümlichkeiten ein und dieselbe Beethoven-Sonate spielen. - Also diese innere Gesetzmäßigkeit, die ist dasjenige, was angestrebt wird selbstverständlich. Alles dasjenige, was mit den eben Ihnen charakterisierten Mitteln für die eurythmische Kunst angestrebt wird, es muss so ausfließen in die Raumbewegung, dass der unmittelbare Anblick ästhetisch, künstlerisch wirkt.

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