Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-04-04/p008 ·1920-04-04 · original (original)
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Die Lautsprache, sie dient ja als dichterisches Ausdrucksmittel. Allein, man kann gerade sagen: Je weiter irgendeine Kultur vorrückt, desto mehr nähert sich die Lautsprache in ihrem ganzen Charakter dem Prosaischen als Ausdrucksmittel. Gerade wenn man an das Dichterische früherer Zeiten zurückgeht, so kann man sehen: Das Dichterische wurde in früheren Zeiten durchaus noch gesehen in dem, was eigentlich hinter dem eigentlich Prosaischen der Sprache liegt, in den Rhythmen, in der rhythmischen Bewegung der Sprache, auch in der plastischen Bildergestaltung, die durch die Sprache zum Ausdruck kommt. Dieser gesangartige und plastische Charakter der Sprache, die werden immer mehr und mehr abgestreift, je mehr die Sprache annimmt den Charakter, der ihr verliehen wird durch das Vorrücken der geistig unbelebten Bewegung. Insbesondere auch dadurch, dass ja die Lautsprache da ist zum Menschenverständnis, da ist also zur Konversation, dadurch fließt immer mehr und mehr in die Lautsprache ein unkünstlerisches Element hinein.

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