Ansprache zur Eurythmie
Wäre das nicht so, die Menschen hätten niemals zur Sprache kommen können. Denn in der Sprache ist nicht etwa bloß eine Offenbarung desjenigen vorhanden, was der Mensch in dem Inneren, das heißt innerhalb seiner Haut erlebt, sondern in den Sprachen ist vorhanden dasjenige, was in den Geheimnissen der irdischen Dinge um uns herum lebt und das wir gewahr werden dadurch, dass eben unser Ich und astralischer Leib abgetrennt ist vom physischen und Ätherleib. Und die Sprache ist es, was wir in der Außenwelt lernen. Bis zu den Stimmbändern hinauf, da vibriert, da wellt, da wirkt nach dasjenige, was in intimer Bekanntschaft mit dem Äußeren das Ich und der astralische Leib erfahren. Und da ist es so, dass in der Tat in unseren zivilisierten Sprachen eben schon ganz abgeschliffen ist dasjenige, was in einer ungeheuer intimen Weise das Sprachliche verbindet mit der Außenwelt. Daher ist es nicht zu unterschätzen, wenn gesagt wird aus einer tieferen Erkenntnis heraus, als die heutige materialistische Physiologie oder dasjenige, was sich auf dieser Grundlage aufgebaut sehen kann, wenn gesagt wird: Ja, wenn wir zum Beispiel ein z oder ein e oder ein » aussprechen, so ist das nicht bloß eine Äußerung der Menschennatur, sondern das ist durchaus etwas, was der Mensch in seiner ganzen Wesenheit mit der äußeren Umwelt erlebt.
Cite:
GA 277d/1923-07-22/p016 · edition original