Spiritual Science and Medicine
Aber für den, der nun wiederum anfängt, Tatsachen richtig zu werten, hat das eine sehr, sehr große Bedeutung, denn es weist uns ja darauf hin, daß der Angehörige der Tuberkel-Fauna oder -Flora, der Bazillus, am Sonnenlicht sich nicht halten kann. Er kann sich am Sonnenlicht nicht halten. Das paßt ihm nicht. Wann kann er sich halten? Wenn er im Innern des menschlichen Leibes ist. Und warum kann er sich da drinnen just halten? Nicht als ob er der eigentliche Schädiger wäre, aber dasjenige, was da drinnen tätig ist, das ist das, was man aufsuchen muß. Und da beachtet man etwas nicht. Wir sind fortwährend vom Licht umgeben, von dem Licht, das — wie Sie aus der Naturwissenschaft wohl behalten haben — die größte Bedeutung für die Entwickelung der außermenschlichen Wesen hat, namentlich die größte Bedeutung hat für die Entwickelung der gesamten außermenschlichen Flora. Wir sind von diesem Lichte umgeben. An der Grenze zwischen uns und der Außenwelt geschieht aber mit diesem Lichte, also mit etwas rein Ätherischem, etwas sehr Bedeutsames: es wird umgewandelt. Und es muß umgewandelt werden. Sehen Sie, gerade so, wie der Pflanzenwerdeprozeß vom Menschen aufgehalten wird, wie dieser Pflanzenwerdeprozeß, ich möchte sagen, abgebrochen wird und wie ihm entgegengearbeitet wird durch den Prozeß der Entstehung der Kohlensäure, so wird auch dasjenige, was im Lichtleben ist, im Menschen abgebrochen. Suchen wir daher das Licht im Menschen, so muß es etwas anderes sein, so muß es eine Metamorphose des Lichtes sein. Wir finden in dem Augenblicke, wo wir die Grenze des Menschen nach innen überschreiten, eine Metamorphose des Lichtes. Das heißt, der Mensch wandelt in sich nicht nur die gewöhnlichen äußeren ponderablen Naturvorgänge um, sondern der Mensch wandelt auch das Imponderable um, das Licht. Er macht es zu etwas anderem. Wenn sich nun der Tuberkelbazillus im Menschen wohl befindet, während er am Sonnenlichte sofort krepiert, so bezeugt eine solche Tatsache, wenn man sie richtig wertet, einfach, daß in dem Umwandelungsprodukt des Lichtes, das im Innern des Menschen auftritt, das Lebenselement dieses Bazillus schon ist, daß also, wenn er darinnen zu viel gedeiht, mit diesem umgewandelten Lichte es irgendwie nicht richtig stehen muß. Und Sie bekommen von da ausgehend eine Einsicht in die Tatsache, daß in den Ursachen der Tuberkulose es auch liegen muß, daß mit diesem umgewandelten Lichte, mit dieser Metamorphose des Lichtes, in dem Menschen etwas vorgeht, was eigentlich nicht vorgehen sollte, sonst würde er nicht zu viel von den ja immer vorhandenen Tuberkelbazillen aufnehmen. Sie sind ja immer da, nur daß sie sonst in einer ungenügenden Anzahl vorhanden sind; sie sind überreichlich vorhanden, wenn der Mensch der Tuberkulose unterliegt. Sonst würde sich der Tuberkelbazillus nicht überall vorhanden zeigen, wenn nicht etwas Unnormales da wäre in bezug auf die Entwickelung dieses metamorphosierten Sonnenlichtes.
Cite:
GA 312/1920-03-24/p017 · edition original