Dreizehnter Vortrag

GA 312/1920-04-02/p003 ·1920-04-02 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Es könnte sein, daß insbesondere an drei Tatsachenreihen zuerst die mehr materialistisch gesinnte medizinische Richtung sich wendet zu der mehr geisteswissenschaftlich orientierten, und das wird sein höchstwahrscheinlich bei Tatsachenreihen, an deren Besprechung wir nunmehr auch herantreten müssen. Es wird sein bei der Beobachtung alles dessen, was zusammenhängt mit den Geschwulstbildungen und namentlich mit ihrer eventuellen Heilung. Und es wird zutage treten bei einer wirklich rationellen Auffassung der sogenannten Geisteskrankheiten und dann bei den therapeutischen Erkenntnissen, die man sich wird erwerben müssen für das Anwenden äußerer Mittel, also Einreibungen, Einsalbungen und dergleichen. Wir können kaum hoffen, mit den gewöhnlichen physikalischen Untersuchungen — ohne daß wenigstens geisteswissenschaftliche Einsichten die Richtung, die Orientierung angeben — nahezukommen solchen Dingen, wie all den Geschwulstbildungen, die dann gipfeln in der Karzinombildung. Es ist heute die Psychiatrie in einem so traurigen Zustande namentlich dadurch, daß von ihr keine Brücke führt ins Bewußtsein der Menschen nämlich — denn die Brücken in der Natur sind überall vorhanden — zu der gewöhnlichen anderen Pathologie und Therapie, daß man sich auf diesen beiden Gebieten vielleicht am ehesten bequemen wird, in geisteswissenschaftliche Betrachtung einzutreten. Es wird namentlich notwendig sein, zu beachten alles dasjenige, was Geisteswissenschaft wird sagen können, und man braucht ja heute nur meine Literatur zu berücksichtigen, und man wird finden, daß sie schon recht viel nach dieser Richtung hin gesagt hat. Man wird berücksichtigen müssen das ganze Eingreifen des Ätherleibes in den menschlichen Organismus.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/312/1920-04-02/p003.json
Cite: GA 312/1920-04-02/p003 · edition original