Dreizehnter Vortrag
Nun brauche ich Ihnen ja nicht die ganze Wesenheit der Entzündungsvorgänge auch in ihren verschiedenen spezifischen Gestaltungen nach den Organen auseinanderzusetzen. Das ist etwas, wovon ich sagen kann, daß es ja bekannt ist. Aber nicht bekannt ist gerade dasjenige, was gewissermaßen als einheitlicher Vorgang über allen Entzündungsvorgängen schwebt. Diesen einheitlichen Vorgang kann man am besten dadurch charakterisieren, daß man sagt: Bei all dem, was eine wirkliche Entzündung ist, sei sie eine sehr kleine, sei sie eine sehr große, was auf Grundlage von Entzündungen dann zur Geschwürbildung führt, bei all dem ist für, ich will jetzt so sagen, die geisteswissenschaftliche Untersuchung noch zu bemerken, daß der ganze Ätherleib des Menschen als solcher wirkt, man sich also immer noch verlassen kann darauf, daß man irgend etwas tun könne, um nur die in einem gewissen Sinne, nach einer Richtung hin träge gewordene Wirkung des Ätherleibes zurückzuführen auf ihre normale Verteilung, so daß der ganze Ätherleib des Menschen in gesundem Sinne wirkt. Es ist eigentlich nur Hinleitung der Tätigkeit des Ätherleibes nach ganz bestimmten Richtungen, während der gesunde Ätherleib seine Tätigkeit über alle entsprechenden Richtungen des Organismus erstrecken muß. Das ist im wesentlichen auch so, daß man sagen kann: Man kann Reaktionen finden — wir werden über solche noch sprechen —, die den Ätherleib, der zum Beispiel träge wird nach einem gewissen Organsystem hin, wiederum anregen können, wenn er im ganzen noch gesund ist, nach dieser Richtung hin seine, wenn ich so sagen darf, universelle Tätigkeit zu entfalten.
Cite:
GA 312/1920-04-02/p005 · edition original