Achtzehnter Vortrag

GA 312/1920-04-07/p017 ·1920-04-07 · original (original)
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Es wäre schon zu wünschen, daß in das medizinische Studium solche Dinge aufgenommen würden. Denn denken Sie, daß die günstigsten Vorbedingungen für diese Sachen da sind. Ist man ein junger Mensch im Beginne der Zwanzigerjahre, so hat man die größtmögliche Gelegenheit, in solche Dinge sich hineinzuvertiefen. Sobald die Dreißigerjahre erlangt sind, hat man dieses Talent verloren. Da kann man sich nicht mehr so leicht in diese Dinge hineinfinden. Man kann sich erziehen, sehr stark selbst trainieren, um sich in solche Intuitionen hineinzuversetzen. Man kann auch durch gewisse Anlagen, die einem geblieben sind trotz der verheerenden Dressur unseres mittleren und namentlich unseres höheren Studiums, man kann sich durch Zurückversetzen in dasjenige, was einem aus der Kindheit noch an aktiven Kräften geblieben ist, trainieren zu einem solchen Anschauen des Menschen. Aber würde auf die intimere plastische Anatomie und Physiologie im medizinischen Studium der richtige Wert gelegt, dann würde das ungeheuer helfen im ganzen Behandeln der Menschheit.

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