Zweiter Vortrag

GA 314/1922-10-27/p004 ·1922-10-27 · original (original)
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Nun können Sie sich ja denken, daß über ein so umfassendes, weites Gebiet in ein paar Tagen nur einige Andeutungen gegeben werden können. Es können nur Andeutungen gegeben werden in der ganzen Medizinischen Woche von unseren verehrten ärztlichen Freunden, und es ist daher notwendig, daß ich eine Menge von Dingen sage, die aufgebaut sind auf einer solchen Behandlung des empirischen Tatbestandes, die heute nicht üblich ist, die sich aber dennoch, wie ich glaube, zwanglos ergibt für jeden, der die entsprechenden physiologischen und auch therapeutischen Kenntnisse hat, so wie sie heute vorhanden sind. Natürlich wird manches hier anders gesagt werden müssen, als man es heute gewohnt ist, aber es ist eigentlich nichts, was, wenn man die heutigen sinnenfällig-empirischen Kenntnisse in ihrem ganzen Zusammenhang nimmt, nicht mit ihnen in irgendeinen Einklang schon gebracht werden könnte. Nun wird alles, was ich sagen kann, aphoristisch sein und im Grunde genommen nur das letzte Ziel angeben können. Der Ausgangspunkt würde aber sein die gegenwärtige sinnenfällige empirische Forschung, und der Zwischenweg, der müßte eigentlich gemacht werden durch die Arbeit der ärztlichen Freunde im weitesten Umfange, denn dieser Zwischenweg ist ein außerordentlich langer und ist schon durchaus notwendig aus dem Grunde, weil ja, so wie die Dinge heute liegen, dasjenige, was hier vorgebracht werden kann, im Grunde niemals voll anerkannt werden wird, bevor dieser Weg wenigstens für die wichtigsten Erscheinungen gemacht wird. Ich glaube auch nicht, daß das so schwierig ist, als das heute aussieht, wenn man nur sich dazu bequemt, die überall vorhandenen Vorarbeiten — manchmal außerordentlich guten, aber nur nicht gegipfelten Vorarbeiten, wie sie heute vorhanden sind — in den Rahmen einer solchen Gesamtauffassung, wie ich sie hier anzudeuten versuche, zu bringen.

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Cite: GA 314/1922-10-27/p004 · edition original