Zweiter Vortrag

GA 314/1924-01-01/p057 ·1924-01-01 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Beim Bettnässen der Kinder hat man es mit einer typischen Schwäche des astralischen Leibes zu tun. Der astralische Leib hat einfach die Stärke nicht, die er haben sollte. Wenn Sie aber gerade in dem Falle des Bettnässens Arsenik anwenden, auch in der gesunden Form von Levicowasser oder Roncegnowasser, dann werden Sie in der Regel zu einer zwar starken, aber außerordentlich kurzen Tätigkeit, gerade bei Bettnässern durch ihre Gesamtorganisation zu einer kurzen, dem astralischen Leib angemessenen Bewegung dieses astralischen Leibes kommen. Die Kinder werden dennoch beim Bettnässen bleiben; aber Sie werden ganz sicher gute Erfolge erzielen, wenn Sie anwenden bei Bettnässern diejenige Substanz, die Sie gewinnen können durch Auspressen der Blätter und Blüten, vom Johanniskraut, Hypericum perforatum. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, daß es die einzige Pflanze ist, die in drei Büscheln stehende Staubgefäße hat. Sie gehört zu der 18. Linne-Klasse, sie hat gelbe Blumenblätter und sie hat Blätter, die aussehen, wenn Sie durchschauen, wie wenn lauter Löcher in den Blättern wären. Wenn Sie diese Pflanze auspressen, so bekommen Sie einen Saft. Es liegt im wesentlichen an diesem bitteren Extraktivstoff, der in dieser Pflanze enthalten ist, auch ein Stoff, der sehr stark und dauernd auf die innere Beweglichkeit des astralischen Leibes wirkt und diesen stark macht. Und dadurch unter Umständen wird es zur Heilung kommen, wenn man dann noch moralisch auf das Kind einwirkt dadurch, daß man eben einfach sagt, es ist verpflichtet, achtzugeben auf seine Funktionen. Diese moralische Einwirkung sollte eigentlich stattfinden gerade bei solchen Dingen, die, nicht wahr, an der Grenze stehen zwischen Ungezogenheiten und Krankheiten. Ich bitte mich nicht mißzuverstehen, ich weiß schon natürlich, daß es eine Krankheit ist, aber es steht an der Grenze zwischen Ungezogenheit und Krankheit. Und weil in der Tat der moralische Wille einen großen Einfluß hat, so soll man den nicht außer acht lassen. Denn wenn Sie eine solche Sache bei dem Kinde kurieren — natürlich kurieren können Sie es mit Hypericum — so schwächen Sie den Willen des Kindes, wenn Sie ihn nicht zu gleicher Zeit anspornen, ihm nicht einen Impuls geben nach der moralischen Seite hin. Das wäre in bezug auf das Bettnässen zu sagen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/314/1924-01-01/p057.json
Cite: GA 314/1924-01-01/p057 · edition original