Vierter Vortrag
Die göttlichen Weltenmächte haben angeordnet das Leben nach Maß, Zahl und Gewicht. Sie finden es als ein Bibelwort. Aber wer achtet heute auf solche Worte anders, als daß er es als allgemeine Phrase nimmt, als ob da einmal ein alter Weltenbaumeister gewesen wäre, der nach Maß, Zahl und Gewicht angeordnet hat. Für den Arzt aber handelt es sich darum, wirklich Maß, Zahl und Gewicht im Menschen zu finden. Schauen wir hin auf das Saturnwesen! Sehen Sie, der Mensch hat die Saturnentwickelung in sich, aber wir finden diese Saturnentwickelung natürlich nicht in dem tatsächlich vorhandenen heutigen Menschen, denn in dem sind alle Entwickelungsstufen synthetisch vereinigt, sie sind verbunden, so daß die einzelnen verschwinden in der Verbindung, in der Harmonie. Aber die Krankheit ruft die eine oder die andere Erscheinung in ihrer besonderen Gestaltung hervor. Und nun muß ja das eintreten, daß man das, was ich in der «Geheimwissenschaft» angegeben habe, wirklich nicht mit dem Verstand allein auffaßt, sondern es auffaßt in der Art, wie es dort geschildert ist: daß man überall darinnen fühlt, wie während der Saturnentwickelung eine kosmische Wärme durchgreifend wirkt. Überall muß man, wenn man die Saturnentwickelung studiert, auf das Wärmeelement rekurrieren, man muß zum Wärmeelement hinführen. Der Saturn wirkt im Menschen, und das, was von der Saturnentwickelung beschrieben worden ist, wirkt im Menschen, aber es tritt im Erdenmenschen nicht hervor, wenn er in sich harmonisiert diese Dinge alle ineinander enthält. Es wirkt aber, wenn der Mensch krank ist. Da trennen sich die Dinge, die sich sonst harmonisch zusammenfügen, da wirkt das Saturnelement für sich und es wirkt im Fieber. Wir werden erst dann eine Fieberwissenschaft haben, wenn wir diese Fieberwissenschaft eben kosmisch machen, wenn wir eingehen können darauf, wie der alte Saturn im Menschen wirkt, so daß tatsächlich verstanden werden muß, wie in der Erscheinung des Fiebers das Kosmische auf dem Wege der Saturnkräfte hereinwirkt, die wir geistig innerhalb der Erde eingesogen gefunden haben. Wenn wir überall, am stärksten in den Bleikräften und sonst überall verteilt, die Saturnkräfte auf der Erdoberfläche finden, werden wir ein inneres Verständnis für das Fieber gewinnen, und wir müssen darin dasjenige sehen, durch das die göttlich-geistige Weltenordnung die Welt ordnet nach dem Maß. Im Maß des Fiebers drückt sich jenes Maß aus, das lebt in der Weltenordnung, indem Wärme in die Weltenordnung überhaupt einströmt, jenes Maß, das aufgeht in den andern, sich harmonisiert. Aber wir müssen das Maß vor allen Dingen sehen in den Fiebererscheinungen. Daher müssen wir stark auf uns wirken lassen:
Cite:
GA 316/1924-04-24/p007 · edition original