Reinkarnation Und Karma vom Standpunkte der Modernen Naturwissenschaft Notwendige Vorstellungen
[^3]: Es mag heute viele geben, die sich gerne recht schnell über die Lehren der Geisteswissenschaft unterrichten möchten. Solche werden es recht unbequem finden, wenn man ihnen in umständlicher Weise die naturwissenschaftlichen Tatsachen erst einmal in einem solchen Lichte vorführt, daß sie als Grundlage eines anthroposophischen Aufbaues dienen müssen. Sie sagen: wir wollen etwas von Geisteswissenschaft hören, und ihr erzählt uns naturwissenschaftliche Dinge, die jeder Gebildete kennt. Das ist ein Einwand, der so recht klar zeigt, wie unsere Zeitgenossen gar nicht ernstlich denken wollen. In Wahrheit wissen die, welche in der angedeuteten Weise reden, gar nichts von der Tragweite ihrer Kenntnisse; der Astronom nichts von den Konsequenzen der Astronomie, der Chemiker nichts von denen der Chemie usw. Und es gibt für sie kein Heil, als bescheiden zu sein und still zuzuhören, wenn ihnen klargemacht wird, wie sie — wegen der Flüchtigkeit ihres Denkens gar nichts wissen von dem, was sie in ihrem Dünkel ganz ausgeschöpft zu haben glauben. - Und auch Anthroposophen meinen oft, es sei unnötig, die Überzeugungen von Karma und Reinkarnation mit Ergebnissen der Naturwissenschaft zu belegen. Sie wissen nicht, daß dies die Aufgabe der Unterrassen ist, denen die Bewohner Europas und Amerikas angehören; und daß ohne diese Grundlage die Mitglieder dieser Rassen nicht wahrhaft zur geisteswissenschaftlichen Einsicht kommen können. Wer nur nachreden will, was er von den großen Lehrern des Ostens hört, der kann innerhalb der europäisch-amerikanischen Gesittung nicht Anthroposoph werden.