Fünfzehnter Vortrag

GA 348/1923-01-20/p037 ·1923-01-20 · original (original)
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Was das richtige Pflegen für einen Wert hat, das können Sie aus folgendem erkennen: Wenn irgendwo eine Entzündung oder Verletzung sitzt, so ist es das allerbeste, wenn man einfach über dem Glied irgendwo abbindet; aber man muß es richtig machen. Man muß irgendwo abbinden. Dadurch, daß man abbindet, wird sogleich die feinere Körpertätigkeit, die Äthertätigkeit in Bewegung gesetzt, und die Heilung tritt ein. Wenn also einer vorne an der Hand oder am Finger ein Geschwür hat, dann binde ich es ihm hinten meinetwillen ab, dann heilt das sehr schnell. Man muß überall im Körper selber die Heilkräfte aufrufen. Wenn man zum Beispiel, sagen wir, einen Diphtheriekranken hat — es ist natürlich verschieden, man muß immer den Menschen berücksichtigen, man muß den Menschen genau kennen, wenn man ihn heilen will, muß also einen Blick haben für die Art, wie der Mensch ist —, aber wenn man einen Diphtheriekranken hat, ist es am besten unter Umständen, man steckt ihn, sagen wir, in ein Rosmarinbad, so daß er den Rosmarin riechen kann. Wenn er nun richtig lang drinnen war in dem Rosmarinbad, immer wiederum, dann wird seine Hauttätigkeit gestärkt. Aber es muß so viel Rosmarin im Wasser sein, daß er während des Badens den Rosmarin immerfort riecht; dann wird die Hauttätigkeit angeregt, und der Betreffende kann ohne alle Serumbehandlung gebessert werden. Es handelt sich also darum, daß man die eigenen Körperkräfte durch die Heilmittel in der richtigen Weise aufrufen kann. Natürlich kommt da immer das, daß wenn irgend etwas nicht wirken kann, die Leute das dann gleich für ein schlechtes Heilmittel halten. Aber Sie müssen nur bedenken, bei manchen Menschen ist eben nichts zu machen, denn oftmals kommt das Heilmittel in einem Stadium zur Anwendung, wo eben nichts mehr zu machen ist, oder man müßte das Heilmittel so stark anwenden, daß eine Roßkur daraus wird; dann verträgt es der Mensch wieder nicht! Dann stirbt er infolge des Heilmittels.

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