Traum, Tod und Wiederkunft

GA 349/1923-04-09/p020 ·1923-04-09 · original (original)
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Ich habe Ihnen gesagt: Bis zum Zahnwechsel, bis zum siebenten Jahr wird das Gehirn fein aufgebaut. Schauen Sie sich ein Gehirn von einem Kinde an, das eben geboren worden ist, und ein Gehirn von einem siebenjährigen Kinde. Da ist etwas vorgegangen bei diesem siebenjährigen Kinde, was gearbeitet hat an diesem Gehirn. Das Gehirn selber kann nichts machen. Das Gehirn ist wie eine Dynamomaschine. Eine Dynamomaschine entwickelt den Magnetismus, und die ganze Bewegung der Fabrik wird abhängig von dieser Dynamomaschine. Aber da muß erst der elektrische Strom durchgehen, sonst steht sie still, diese Dynamomaschine. Das Gehirn steht still, wenn nicht der Strom des seelischen Lebens durchgeht. Beim Kind geht viel mächtiger der Strom des seelischen Lebens durch, denn das Kind arbeitet bis zum Zahnwechsel hin das ganze Gehirn aus, und am meisten in den allerersten Lebensjahren. Deshalb habe ich Ihnen erzählt, daß Jean Paul, der ein sehr gescheiter Mensch war, sagte: Der Mensch lernt in seinen ersten drei Jahren viel mehr, als in seinen drei Universitätsjahren. Es ist viel kunstvoller, was man da arbeiten muß, als was man jemals später äußerlich zu bearbeiten hat.

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