Von der Ernährung
Nun werden Sie sagen: Wenn der Mensch Salz nimmt, Zucker oder so etwas, ist es ja fest. - Aber es wird ja gleich aufgelöst! Dazu haben wir ja gerade den Mundsaft. Das Feste, was den eigentlichen physischen Körper ausmacht, das darf überhaupt gar nicht von der Außenwelt in den menschlichen Körper hineinkommen. Daher können Sie daraus entnehmen: Sie haben Festes in sich, Sie wissen das; die Knochen sind fest. Aber die Sache ist so: Die festen Knochen werden erst aus dem Flüssigen heraus im menschlichen Körper selber gebildet. Nichts Festes von außen kann jemals in den menschlichen Körper hinein. Der menschliche Körper muß alles Feste selber aus dem Flüssigen entstehen lassen. Daher können Sie sagen: Wir haben das Feste in uns und das bilder den physischen Körper. Aber der physische Körper ist ganz und gar aus dem Flüssigen heraus gebildet, und für das Flüssige ist der Ätherleib da, der feine Körper, den man nicht sehen kann, der aber den ganzen Menschen durchzieht. Und das Eiweiß muß auch, und zwar im Unterleib, ganz vom Ätherleib verarbeitet werden. Natürlich wirken da drinnen, wie ich Ihnen schon einmal gesagt habe, auch die anderen geistigen Wesensglieder des Menschen; aber es muß das Eiweiß im Ätherleib verarbeitet werden. Also das Flüssige ist für den Ätherleib des Menschen da. Nun, daraus schon, daß Sie wissen können: das Eiweiß muß im Unterleib des Menschen verarbeitet werden, können Sie ersehen, daß das Eiweiß eigentlich nicht die allerstärkste Arbeit im Menschen haben kann, denn es braucht ja gar nicht heraufzuarbeiten in den Brustkörper, und vor allen Dingen, es braucht nicht heraufzuarbeiten in den Kopf des Menschen. Sie sehen daraus, daß das Eiweiß nicht als ein Nährmittel dienen kann, das in allererster Linie in Betracht kommt. Man kann sagen: Der Mensch kann eigentlich unmöglich zuwenig Eiweiß essen, denn im Unterleib ist ja das, was man ißt, gleich drinnen; es braucht da nicht viel zu arbeiten. Das Eiweiß wird im Unterleib verarbeitet. Selbst wenn der Mensch nur ganz eiweißarme Nahrung zu sich nimmt, so wird alles Eiweiß sogleich verarbeitet.
Cite:
GA 352/1924-01-23/p008 · edition original