Vorentwürfe: Nicht in das Drama aufgenommenes Bild
DER HÜTER DER SCHWELLE: Wenn dein Herz beschließen kann, Diese Schwelle zu überschreiten, So mag es geschehen. Doch wisse, daß du in diesem Reiche finden wirst, Wozu deines Lebens Früchte dir verhelfen. Du kennst sie nicht Die Kräfte, welche diese Früchte reifen ließen. Ich kann sie dir nicht enthüllen. Denn nie vermag mein Geist zu schauen, Was der Welten Fürsten in Menschenherzen pflanzen. Nie begehrte ich zu schauen In dieser Fürsten unheilvolle Werkstatt. Doch seh ich an deinem Wesen, In das meine Blicke dringen können, Was von deinem Lebensinhalt Abfallen muß wie dürres Laub von Bäumen, Wenn du das Reich betreten willst, Dem ich zum Hüter bin bestimmt. Ich schau in deiner Seele, Wie sie ihr Selbst bewahren will. Hier wird dies Selbst in Nichts verschwinden, Und Glied nur darfst du sein In höherer Wesen Leben. Im Erdenleben ward dir teuer Der Spruch, dem man Wunderkraft verheißt, Erkenne dich selbst —. Hier leben Wesen nur Die dienen andrem Selbst Und wirken aus andrem Denken. Dein Selbst erkenne ich als Wesen nur, Das ich zertreten muß, Wenn es sich meinem Wesen naht. Und gelernt hast du Durch vieler Erdenleben Lauf, Den Blick zu richten In Reiche, die dem Blick begegnen Mit ihrem gleißnerischen Offenbarungsschein. Mir ist Pflicht, in Nebeldunst zu wandeln Alles, was du je so sehen konntest, Und rückwärts nur darf Deine Seele schauen In ihres Wesens Wurzelkräfte. Es gab nie Zeiten, Wo Geister meinesgleichen Andres schauten. Was dir je schön und groß gedäucht, Verlassen mußt du es. Dies Flammenschwert Es muß bei deinem Eintritt Dir aus der Erinnrung löschen, Woraus du Freude oft getrunken, Worin du in Seligkeiten schwelgtest. Und was am schwersten dir wird dünken: Es wird kein Wechsel im Geschehen Deiner Seele Lust entsprechen. Der Ewigkeiten wandelloses Sein Wird, geburt- und todentblößt, In gleicher Art dir stets vor Augen stehn.