43. Bewusstsein — Leben — Form
Wieder durchläuft der Mensch während der Mondenentwicklung siebenmal alle Formzustände, um in jedem derselben die Seele zu einer höheren Stufe heranreifen zu lassen. Während der siebenten Stufe hat die Seele die Fähigkeit, ihren Bildern die vollkommenste Form zu geben; sie kann da miterleben alles, was auf dem Weltkörper um sie herum vorgeht, sodass ihre Bilderwelt ein Ausdruck ist der ganzen Mondenwelt. Dabei hat sie zugleich als Vorerlebnis den erhöhten Bewusstseinszustand der nächsten Stufe; sie beginnt innerhalb ihrer Bilder-Wandelwelt feste Formen zu schauen. Dadurch wird sie reif, auch auf den Ätherleib so zu wirken, dass dieser Organe in sich ausbildet, die etwas Bleibendes haben. - Und damit kann der Übergang gemacht werden zum ersten Erdenkreislauf. Innerhalb desselben nimmt der physische Leib die festen Bilderformen in sich auf; diese werden seine Organe. Damit beginnt sich ein viertes Glied am Menschen zu entwickeln. Zwischen den Bilderleib und die Seele schieben sich die Wahrnehmungen äußerer Gegenstände ein. Der Leib ist jetzt in einer gewissen Weise der Seele entwachsen; er ist selbstständig geworden. Was vorher in ihm auftrat, waren die Ergebnisse jener Bilder, welche die Seele aus der Außenwelt sich angeeignet hat. Jetzt bewirkt die Außenwelt in ihm unmittelbar die Wahrnehmungen. Und das Innenleben der Seele verläuft als ein Miterleben dieser Wahrnehmungen. Der Ausdruck dieser Eigentätigkeit des Leibes ist das Selbstbewusstsein. Doch nur allmählich reift das Selbstbewusstsein heran. Erst muss der Mensch einen Kreislauf der Formen durchmachen, in dem in seinen Organen nur dumpfes Stoffleben verspürt wird; in einem zweiten Kreislauf bewirkt der Stoffeinfluss eine innere Bewegung; der Ätherleib erlebt dadurch die Außenwelt mit und gestaltet die Organe zu lebendigen Werkzeugen des physischen Organismus um. In einem dritten Kreislaufe wird auch der Bilderleib fähig, die Außenwelt nachzubilden. Er erregt nun die Organe so, dass sie selbst Bilder hervorbringen, die in ihnen leben, aber noch nicht Abbilder äußerer Dinge sind. Erst im vierten Kreislaufe wird die Seele selbst fähig, die Leibesorgane zu durchsetzen; damit löst sie die Bilder von diesen Leibesorganen los und überzieht mit ihnen die äußeren Dinge. Damit steht eine Außenwelt vor ihr, zu der sie als ein inneres selbstständiges Wesen in Gegensatz tritt. - Jetzt ist es aber auch, wo von Zeit zu Zeit die Leibesorgane, deren sie sich bedient, in Erschöpfung verfallen. Dann hört die Möglichkeit auf, mit der Außenwelt in Verbindung zu sein. Der Schlaf tritt ein, in dem die Seele wieder auf ihre frühere Art durch Bilder- und Ätherleib auf den physischen Körper ausgleichend einwirkt. So erscheint der Schlaf für die Geheimwissenschaft als ein zurückgebliebener Rest früherer Entwicklungsstufen. In der Gegenwart hat der Mensch die Mitte des vierten Erdenkreislaufes um ein Stück überschritten. Dies drückt sich darinnen aus, dass er nicht bloß im hellen Tagesbewusstsein die äußeren Gegenstände wahrnimmt, sondern darüber hinaus die ihnen zugrunde liegenden Gesetze. Die Seele hat mit ihrem Erleben des inneren Umgestaltens der Dinge begonnen.